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Luigi Dallapiccola

Das Klavierwerk

Raffaele Mani, Meadows Symphony Orchestra, Paul Phillips

Meta Records/SunnyMoon META048
(57 Min., 10/2006) 1 CD

Der Italiener Luigi Dallapiccola (1904-1975) war auf dem Gebiet der Zwölftönigkeit und ihrer extremen seriellen Variante so sattelfest, dass er zu einer Art Künstlervaterfigur für seine Landsmänner Luciano Berio und vor allem Luigi Nono wurde. Weil gerade die italienische (Nachkriegs-)Avantgarde jedoch das Erbe, die Tradition nie als hemmenden Bremsklotz verdammte, hat auch das Klavierwerk von Dallapiccola nichts von einer sperrigen Kopfgeburt. Vielmehr brach Dallapiccola selbst die dodekafonisch ausgefeiltesten Passagen mit Energie spendender Rhythmik und prismatischen Farben auf – und so geht es auf diesen (nur theoretisch intellektuellen) Abenteuerspielplätzen so raffiniert spannungsvoll wie gelöst innig und verträumt zu.
Von dem 1939 entstandenen, neo-impressionistisch-luftigen "Piccolo concerto" für Klavier und Orchester bis zum Klavierzyklus "Quaderno musicale di Annalibera" von 1952 reicht das gerade mal vierteilige Klavierschaffen von Dallapiccola, das bei Raffaele Mani – nomen est omen – jetzt in den besten Händen liegt. Ob nun in den motorisch aufblitzenden "Tre episodi dal balletto Marsia", ob in den kontrapunktischen Konzentraten oder im Postklassizismus der mit einer Paganini-Caprice flirtenden "Sonatina canonica" – Raffaele Manis Spiel ist präzise und erfüllend zugleich.

Guido Fischer, 11.09.2009



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