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Alexander von Zemlinsky, Alban Berg

Lyrische Sinfonie, Drei Stücke aus der "Lyrischen Suite"

Roman Trekel, Twyla Robinson, Houston Symphony, Hans Graf

Naxos 8.57 2048
(63 Min., 11/2007) 1 CD

Erstaunlich schwach ist Zemlinskys "Lyrische Sinfonie" derzeit im CD-Katalog vertreten: Nachdem die klangtechnisch wie musikalisch bei Weitem überzeugendste Einspielung, Giuseppe Sinopolis Aufnahme mit Bryn Terfel und Deborah Voigt, unverständlicherweise gestrichen wurde, dominiert die ebenfalls zu Beginn der Neunzigerjahre entstandene Aufnahme von Riccardo Chailly ziemlich einsam das übersichtliche Feld. Für Newcomer ist da noch Spielraum zur Profilierung, den das Houston Orchestra unter seinem Chef Hans Graf auch durchaus nutzt. Schon unter Grafs Vorgänger Christoph Eschenbach hatten die Texaner mit Strauss und Mahler aufhorchen lassen, und auch für Zemlinskys zwischen diesen beiden Polen oszillierenden, filigran wuchernden Fin-de-Siècle-Stil bringen sie eine passable Kombination von großem Atem, Transparenz und Sinnlichkeit mit. Der Rahmen, den Graf setzt, ist freilich eine Nummer kleiner als bei Sinopoli – und auch Roman Trekel muss seinen Bariton oft etwas aufplustern – ohne das dramatische Volumen Terfels zu erreichen. Doch dafür trifft der Liedexperte Trekel stilsicher den rastlos hadernden, aufbegehrenden Tonfall im Eingangssatz "Ich bin friedlos" ebenso sicher wie den ruhevollen Gestus der Schlussnummer "Friede, mein Herz". Die Beiträge seiner Partnerin Twyla Robinson geraten dagegen etwas zu geziert – den Seelenton der "Lyrischen Sinfonie" haben andere Sopranistinnen schon besser getroffen. Alban Bergs Bearbeitung dreier Sätze aus seiner "Lyrischen Suite" bringt die CD auf verkaufstaugliche Länge: Die Houstoner Streicher spielen die verkappte Liebeserklärung nobel und klangschön, wenn auch ohne das letzte Quäntchen Dringlichkeit.

Jörg Königsdorf, 02.10.2009



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