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Charles Koechlin

Les Bandar-log op. 176, Offrande musicale sur le nom de BACH op. 187

Bernhard Haas, Michael Korstick, Christine Simonin, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Heinz Holliger

Hänssler Classic/Naxos 93.221
(68 Min., 9/2007 u. 8/2008) 1 CD

Seit 2001 läuft der von Dirigent Heinz Holliger angestoßene Rehabilitierungsversuch von Charles Koechlin. Und auch wenn inzwischen repräsentative und mit Schallplattenpreisen dekorierte Weltersteinspielungen das Resultat sind, so ist bis heute der in Paris geborene Koechlin (1867-1950) ein weiterhin wenig beachteter Sonderling und Spezialistentipp geblieben. Kaum in den breiten Konzertbetrieb wird es auch seine mehr als dreiviertelstündige Bach-Hommage schaffen, die nach ihrer Uraufführung 1973 ein Vierteljahrhundert später ihre weltweit erst zweite Aufführung erlebte. Der Livemitschnitt vom Europäischen Musikfest, das 2008 in Stuttgart begangen wurde, zeigt uns hier einen Komponisten, der sich als strenggläubigen Bachianer outete – nicht nur über den Kompositionstitel "Offrande musicale sur le nom de BACH", der an Bachs "Musikalisches Opfer" anknüpft. Die kontrapunktische Anlage dieses zwölfteiligen Werks gerät zu einer Prozession, die trotz der Variabilität in der Instrumentierung (Orchester, Streichquartett, Solo-Orgel und -Klavier) oftmals nicht über die Bachbearbeitungen eines Leopold Stokowski hinauskommen.
Etwas gelöster kommt dagegen das sogenannte Affenscherzo "Les Bandar-log" daher, das Teil aus Koechlins sinfonischem "Dschungelbuch"-Zyklus ist. Lautmalerisch turnen die Affen da von einem musikalischen Baum zum nächsten, hüpfen auch mal vom Debussy- auf den Schönberg- oder Strawinsky-Ast. Das ist zwar eine nette Fingerübung über die klassische Moderne. Doch wenn wieder eine dieser mächtigen Fugen hereinrollt, weiß man erneut, für wen Koechlins Herz Zeit seines Lebens geschlagen hat.

Guido Fischer, 10.10.2009



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