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Félix Godefroid, Elias Parish-Alvars, Albert Zabel u.a.

Cantare – La voix de la harpe

Isabelle Moretti, Felicity Lott

naïve/Indigo 940192
(78 Min., 2/2009) 1 CD

Für die Transkriptionswut des 19. Jahrhunderts war die Harfe neben dem Klavier sicher das geeignetste Instrument. Nicht nur, weil man auf ihr Melodie und Begleitung zugleich spielen konnte, sondern auch, weil der silbrig-ätherische Harfenton prächtig zur somnambulen Grundstimmung vieler romantischer Opern und Lieder passte. Kein Wunder, dass sich die großen Harfenisten des 19. Jahrhunderts gerne auf Werke stürzten, in denen sie nicht nur ihre Virtuosität, sondern zugleich auch nächtliche oder geheimnisvolle Atmosphäre beschwören konnten. Einige der schönsten Beispiele präsentiert Isabelle Moretti auf "Cantare": Albert Zabels "Faust"-Fantasie zum Beispiel, wo die Harfe den introvertierten Balladenton des "Königs von Thule" noch besser trifft als das etwas schwergängige Gounod-Original. Oder auch Elias Parish-Alvars' "Norma"-Variationen, die allerdings erstaunlicherweise auf das durchaus harfenkompatible "Casta Diva" verzichten. Der farbige, relativ kräftige Ton von Morettis Camac-Harfe bekommt vor allem schmissigeren Stücken wie Félix Godefroids "Carnaval de Venise", die neben kantabler Süffigkeit so die nötige extrovertierte Brillanz besitzen. Die Auflockerung durch ein vokales Intermezzo hätte Morettis abwechslungsreiches Soloprogramm eigentlich gar nicht gebraucht. Zwar ist die Auswahl der Salonhits von "Plaisir d'amour" bis zu Brittens Folksong-Arrangements gut, aber der Gesang von Felicity Lott bleibt Geschmackssache: Was live durch den Charme von "La Lott" unwiderstehlich wirkt, klingt auf CD doch etwas tantenhaft.

Jörg Königsdorf, 05.12.2009



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