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Jacques Duphly

Pièces de clavecin

Elisabeth Joyé

Alpha/Note 1 ALP150
(75 Min., 4/2008) 1 CD

Kaum hatte Jacques Duphly (1715-1789) im Jahr 1742 Pariser Boden betreten, wurde ihm prompt von der höchsten Gesellschaft der rote Teppich ausgerollt. Und diese Wertschätzung sollte in den nächsten vier Jahrzehnten anhalten, in denen Duphly auf dem Cembalo seinen Ruf als Feingeist und Virtuose in einer Person bestätigte. Und wie es vor ihm schon ein Rameau oder ein Couperin getan hat, bedankte sich der gebürtige Normanne für so viel Ehrerbietung mit den damals so beliebten "Portraits en musique". Die Cembalistin Elisabeth Joyé hat für ihr Duphly-Recital aus den vier Cembalobüchern mit ihren insgesamt 46 Stücken eine handverlesene Auswahl an solchen Klangporträts getroffen. Darunter finden sich tönende Elogen etwa auf eine Tochter von Ludwig XV., aber auch auf Künstlerfreunde wie den Maler Carle Van Loo und die Gattin des Komponistenkollegen Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville.
Die Pièces sind aber nicht nur Charakterzeichnungen. Sie stehen für den überraschenden Einfluss der barocken Großmeister der Clavecin-Kunst bis ins 18. Jahrhundert hinein, und so ist bei Duphly rein gar nichts vom aparten Rokokogeplänkel zu entdecken. Wenn man allein die gleichermaßen nachdenkliche wie expressive Formgestaltung von "La Pothoüin" hört, will man nicht glauben, dass zwei Jahre nach Duphlys letztem Livre de Clavecin einige Hundert Kilometer entfernt ein Ludwig van Beethoven geboren werden sollte. Elisabeth Joyé jedenfalls zeigt mit dieser Aufnahme, dass sie in den Fingern über genau die Sensibilität, Leichtigkeit und Motorik verfügt, um Duphly zu neuem Leben zu erwecken. Bei Joyé blüht ein historisches, zweimanualiges Cembalo auf, mit dem sie beweisen kann, dass es im Laufe der letzten drei Jahrhunderte nichts an Klangvolumen und -kolorit eingebüsst hat.

Guido Fischer, 12.12.2009



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