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Spot The Spit

Max Tiller

Foxtones/MVH FM0809
(55 Min., 7 u. 10/2008) 1 CD

Der 1979 in Gera geborene und in München lebende Max Tiller gehört zu den glänzend ausgebildeten deutschen Jazzmusikern der jüngeren Generation. Wenn sich der Altsaxofonist nun im Klappentext seiner CD bei Cannonball Adderley, Charlie und Maceo Parker oder Kenny Garrett für die Inspiration bedankt, ist das natürlich würdig und recht. Lustigerweise bewegt sich Tiller mit "Spot The Spit" jedoch – bewusst oder unterbewusst – auch auf einer dezidiert deutschen Traditionslinie. Denn der kernige, unterhaltsame, virtuose und Funk-sprühende Jazz-Rock, den der Altsaxofonist mit seinen sechs Mitstreitern (Ulrich Wangenheim an Tenorsax, Bassklarinette und Flöte, Jan Eschke an den Keyboards, Jan Zehrfeld an der Gitarre, Alex Klier am Bass und Bastian Jütte an den Drums) pflegt, erinnert in seiner speziellen Form mitunter an die Erzeugnisse von Peter Herbolzheimer oder Klaus Doldinger (mit beiden hat Tiller schon zusammengearbeitet). Will im Guten heißen: Vor lauter Groove werden die Melodien nicht vergessen. Das an die Studioästhetik der Achtzigerjahre gemahnende Klangbild sorgt allerdings stellenweise für eine gewisse Glätte.
Dabei sind Max Tiller und die Seinen gewiss keine Weichspüler. Im Gegenteil: Der Bandleader spielt so intensiv, als ob es kein Morgen gäbe. Und Gitarrist Jan Zehrfeld, den man als Kopf der Berserker-Band "Panzerballett" kennt, zeigt, dass sich Rock und Jazz-Funk durchaus geschmackvoll verbinden lassen. Deshalb gilt: Hinter der internationalen Konkurrenz brauchen sich Max Tiller und seine Kollegen jedenfalls nicht zu verstecken.

Josef Engels, 12.12.2009



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