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Gustav Mahler

Sinfonie Nr. 7

Mariss Jansons, Symphonieorchester des BR

BR Klassik/Naxos 403571900101
(77 Min., 3/2007) 1 CD

Seit jeher wird an diesem Ungetüm gezweifelt: Wie passt der schaurige Marschbeginn mit der depressiven Tenorhorn-Klage zum Dur-Schluss des Kopfsatzes, wie die beiden somnambulen "Nachtgesänge" zum parodistisch Walzer-verzerrten bzw. volkstümlich singenden Scherzo, ganz zu schweigen zum frenetischen C-Dur-Jubel des Rondo-Finales? Die Zeitgenossen halfen sich über die Disparatheit der Mahler'schen Siebten hinweg mit der Idee einer "Nachtwanderung" vom Dunkel zum Licht, während kritische Geister wie Adorno oder Klemperer gerade über die "lärmende" Schlussapotheose nur den Kopf schüttelten: So viel Optimismus konnte (und durfte) nicht zu ihrem Mahler passen (zumal nach seiner "tragischen" Sechsten)! Wer Mariss Jansons' Münchner Aufführung vom März 2007 hört, der wird vielleicht doch einen inneren Konnex ausmachen: Dass nämlich der Schlusssatz der Zielpunkt ist, zu dem hin alles Vorherige drängt. Dies jedenfalls suggeriert Jansons überwältigende Darbietung. Wobei man allenfalls im rasenden Rondo-Tempo Extremismus à la Bernstein oder Solti ausmachen kann. Was nicht minder frappiert, ist Jansons geradezu besessene, mit filigranen Rubati und Glissandi angereicherte Detailarbeit, die auch alle jene tief verborgenen Ausdruckssphären dieses riesigen Sinfoniekomplexes restlos stimmig und "glaubwürdig" zum Klingen bringt. Und wie der energiegeladene Lette die Höhepunkte der Ecksätze – tragischer wie triumphierender Art – ansteuert: gleichermaßen kontrollierend-vorausschauend wie emphatisch, das gehört zum Besten, was die Mahler-Diskografie derzeit zu bieten hat. Wie auch sein "Instrument": die (seit Kubelik und Maazel) in Sachen Mahler wahrlich erfahrenen BR-Symphoniker. Bleibt nur noch die Hoffnung auf Fortsetzung dieses auch tontechnisch fabelhaften "BR Klassik"-Juwels.

Christoph Braun, 06.02.2010



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