Responsive image
François Rebel, François Francœur

Zélindor, Roi des Sylphes, "Le Trophée"-Suite

Jean-Paul Fouchécourt, Heidi Grant Murphy u.a., Opera Lafayette, Ryan Brown

Naxos 8.66 0224
(61 Min., 10/2007) 1 CD

Beide kamen sie aus guten Musikhäusern. François Rebel (1701-1775) war der Sohn des angesehenen Violinisten Jean-Féry Rebel. Und der Vater von François Francœur (1698-1787) gehörte in Versailles zu der exquisiten Streichersektion "24 Violons du Roi". Erstaunlicherweise entschieden sich die fast gleichaltrigen Talente jedoch nicht für eine reine Solo-Karriere. François Rebel und François Francœur bildeten für Jahrzehnte ein erfolgreiches Komponistengespann. Seit ihrem ersten gemeinsamen Operncoup "Pirame et Thisbé", der sich seit der Uraufführung 1726 zu einem regelrechten Schlager in Paris entwickelte. Fast ein Dutzend weitere Opern haben sie zusammen komponiert. Dazu noch Divertissements und kurzweilige Opéra-Ballets wie die Geschichte vom König der Luftgeister, der sich in eine Sterbliche verguckt hat. "Zélindor, Roi des Sylphes" heißt diese kleine Barock-Perle, die ihre Premiere 1745 in Versailles hatte.
Es mag zwar ein ewiges Geheimnis bleiben, auf welches Konto der beiden zweieiigen Komponisten-Zwillinge welche Arie oder welche effektvolle Naturschilderung geht. Mit dem Erbe der französischen Barock-Granden wie Jean-Philippe Rameau im Hinterkopf, haben sie jedenfalls die himmlischen Zauberwelten und irdischen Tanzschritte mit entwaffnend treffsicherer Delikatesse und Dramatik eingefangen. Und das amerikanische Alte Musik-Ensemble Opera Lafayette kann da selbst bei den Starkstrom-Spannungsbögen noch zulegen, wenn wahnsinnige Klang-Stürme aufziehen. Dank des strahlenden Chors sowie der Solisten Jean-Paul Fouchécourt und Heidi Grant Murphy, die auch die Hauptrollen in der königlichen Huldigungs-Suite "Le Trophée" übernehmen, kann man sich nur wünschen, das Dreamteam François Rebel & François Francœur noch näher kennenzulernen.

Guido Fischer, 13.02.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top