Responsive image
Johann Sebastian Bach

Triosonaten für Orgel BWV 525-530

Benjamin Alard

Alpha/Note 1 ALP152
(79 Min., 11/2008) 1 CD

Zunächst ein Lob auf den Orgelbauer: Wer sich noch erinnert, was für ein desolates, blasses Instrument früher in St.-Louis en l’Île in Paris stand – welch ein trauriger Gegensatz zu den vielen herrlichen symphonischen Orgel in anderen Kirchen dieser Stadt! –, der wird überrascht sein, dieses wundervolle, von Silbermann und der barocken deutschen Tradition des 18. Jahrhundert inspiriertes Instrument zu hören, das Bernard Aubertin hier 2005 errichtete. Ein Traum von einer Orgel: Großartig intoniert, historisch ausgerichtet, ohne dabei epigonal zu sein.
Benjamin Alard zaubert aus diesem erstklassigen Instrument Bachs berühmte Triosonaten, die dieser wohl im Zuge der Ausbildung seines ältesten Sohnes Wilhelm Friedemann schuf, auf bemerkenswert gekonnte Weise hervor: Selbstverständlich bemeistert er die spieltechnisch gemein schweren Stücke mit souveränem Können; hinzu kommt eine große Ruhe in der Darbietung, flankiert von klarer, aber völlig unaufdringlicher Artikulation. Alard bringt einfach die Musik in ihrer vollen Schönheit zum Vorschein; Natürlichkeit scheint das oberste Gebot, und sie steht doch ohne Zweifel am Ende einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit diesen famosen Stücken. Man genieße also die herrlich rauchigen oder glockigen, stets charaktervollen Klänge dieser neuen Orgel, gespielt von einem wahren Meister der Bach-Interpretation.

Michael Wersin, 13.02.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top