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Johann Christoph Friedrich Bach

Concerti

Christine Schornsheim, Freiburger Barockorchester

Carus/Note 1 CAR 83.306
(77 Min., 3/2009) 1 CD

In seiner 2003 erschienenen Monografie über die Söhne Johann Sebastian Bachs nimmt der Musikforscher Martin Geck entschieden für den unbekanntesten Partei: der 1732 geborene Johann Christoph sei der einzige, der auf dem ästhetischen Niveau der reifen Wiener Klassik angekommen sei. Eine These, zu der die neue CD des Freiburger Barockorchesters die klingenden Belege nachliefert. Um dem "Bückeburger Bach" wieder zu Ansehen zu verhelfen, legen die Freiburger drei seiner wichtigsten, allesamt in den 1790er Jahren entstandenen Spätwerke vor. Neben den Sinfonien in G-Dur und Es-Dur (dem 1795 komponierten letzten Werk Johann Christoph Friedrichs überhaupt) auch das als "Concerto Grosso" getarnte Klavierkonzert in Es-Dur, das mit seiner ausgedehnten Romanze tatsächlich der melancholischen Empfindsamkeit langsamer Mozartsätze am nächsten kommt. Auch die beiden Sinfonien zeigen deutlich, dass man in Bückeburg über die europäischen Trends gut informiert war: Wenn die Melodiefindung Johann Christoph Friedrichs auch noch dem galanten Zeitalter verpflichtet blieb und einen Rest an Behäbigkeit behält, ist doch vor allem die Es-Dur-Sinfonie mit ihren fantasievollen Bläserstimmen schon ein vollwertiges, originelles Beispiel klassischer Sinfonik. Nahezu überflüssig zu sagen, dass Christine Schornsheim und die Freiburger, Experten in diesem Repertoire, aus dieser Musik das Maximum an Farbigkeit, Drive und Unterhaltungswert herausholen. Die "Es-Dur"-Sinfonie sei "fast guter Haydn", schreibt Geck. Stimmt.

Jörg Königsdorf, 27.02.2010



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