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Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzerte für zwei Klaviere und Orchester

The Silver Garburg Piano Duo, bayerische kammerphilharmonie, Christopher Hogwood

Oehms Classics/harmonia mundi OC 739
(71 Min., 6/2009) 1 CD

Wer das Schaffen Felix Mendelssohns eher aus vokaler Perspektive wahrnimmt, sich also etwa vor allem mit seiner überall sehr präsenten geistlichen Chormusik beschäftigt, übersieht womöglich ein wichtiges Hauptmerkmal in Mendelssohns künstlerischem Spektrum: Die schon früh wunderkindhaft ausgeprägte Virtuosität. Erlebbar wird dieser Aspekt vor allem an jener Musik, die er für sein eigenes Hauptinstrument, das Klavier, geschaffen hat. Die auf dieser CD präsentierten beiden Konzerte für zwei Klaviere bieten vor allem in ihren Ecksätzen ein stupendes Feuerwerk schwierigen und schwierigsten Passagenwerks, das, sehr offen gelegen und den oft sehr schlanken Gesamtsatz stets dominierend, höchste Anforderungen an die ausführenden Solisten stellt. In dieser Hinsicht war man mit dem ungeheuer flinken und gewandten israelischen Klavierduo Sivan Silver und Gil Garburg für diese Produktion sicher allerbestens bedient: Überaus frisch und lebendig, dazu hervorragend durchstrukturiert und im Detail aufeinander abgestimmt musizieren die beiden diese sprühende und funkelnde Musik, aufmerksam und präzise begleitet von der Bayerischen Kammerphilharmonie unter der Stabführung des vielseitigen Altmeisters Christopher Hogwood. Was im Beiheft, das als Einführungstext ein Interview mit dem Solistenduo enthält, leider fehlt, sind wichtige Hintergrundinformationen über die beiden Werke: Mendelssohn hat sie als Teenager (mit 14 bzw. 15) komponiert, das ältere der beiden Konzerte hat er mehrfach mit seiner Schwester Fanny aufgeführt – diese Fakten vermehren das Staunen über die wundervolle Musik erheblich. Des Weiteren überrascht, dass die Werke lange Zeit im Dunkel ostdeutscher Archive vergraben waren: Erst seit den Fünfzigerjahren sind sie der westlichen Welt wieder frei zugänglich. Zwei Gründe mehr, diese brillante Aufnahme zu mögen: Kein Freund der Klaviermusik sollte sie sich entgehen lassen.

Michael Wersin, 27.02.2010



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