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Antonio Vivaldi

"Manchester"-Sonaten: XII Suonate à Violino solo, e basso per il Cembalo

Fabio Biondi, Rinaldo Alessandrini, Maurizio Naddeo, Paolo Pandolfo, Rolf Lislevand

Arcana/Note 1 A 422
(157 Min., 6/1991) 2 CDs

Die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Antonio Vivaldis sogenannten "Manchester"-Sonaten für Violine und Continuo (selbstverständlich war der Venezianer nie in der englischen Industriestadt) ist eine Sache für sich – sie wird im ausführlichen Beihefttext zu dieser Doppel-CD höchst kompetent von dem ausgewiesenen Vivaldi-Spezialisten Michael Talbot erzählt. Hier ist von der Qualität der Aufnahme, die übrigens bereits 1992 zum ersten Mal erschien, zu berichten: Fabio Biondi und Rinaldo Alessandrini, heute beide vor allem als Leiter ihrer eigenen Ensembles (Europa galante und Concerto italiano) bekannt, feuern sich gegenseitig aufs Spannendste als Kammermusikpartner an: Biondi erweist sich als erstklassiger Geiger, der Vivaldis reizvolle Kantilenen vorzüglich auszugestalten versteht. Verzierungen, Vibrato als Ausdrucksmittel und insgesamt eine hochsensible Art des Nachzeichnens, ja Nachschöpfens melodischer Floskeln zeichnet sein Geigenspiel aus. Und Rinaldo Alessandrini ist ihm auf Cembalo und Truhenorgel ein sehr wacher, einfühlsamer und auf dieser Basis improvisatorisch kreativer Partner. Hinzu kommen der Lautenist Rolf Lislevand, der die harmonische Ebene stärkt, Maurizio Naddeo am Violoncello und Paolo Pandolfo am Kontrabass, die sich schlichtweg perfekt in dieses Geschehen einfügen. Aufregender und vielfältiger kann man barocke Kammermusik nicht darbieten – die Musik erblüht zu faszinierender Schönheit und Aussagekraft.

Michael Wersin, 06.03.2010



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