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Songs

Hiroshi Minami-Trio

Kastellamedia/Soulfood KAS 004
(50 Min.) 1 CD

Dem eigenen Bekunden nach fand der 1960 geborene, klassisch ausgebildete japanische Pianist Hiroshi Minami zur populären Musik des Westens, als ihn ein Yakuza-Boss einst dazu aufforderte, "das Stück da aus Amerika" zu spielen. Minami schlug das Thema von "Der Pate" an und wurde hernach mit reichlich Sushi belohnt. Keine Ahnung, womit sich die beglückten Zeugen von Minamis CD-Premiere auf dem europäischen Markt jetzt bei dem Klavierspieler und seinen beiden Mitstreitern Daiki Yasukagawa am Kontrabass und Akira Sotoyama am Schlagzeug revanchieren können. Fest steht nur, dass das formidabel einander zuhörende Trio lauter Songs spielt, von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie in einer Jazz-Version hören wollte – geschweige denn ahnen konnte, dass das überhaupt möglich ist.
"Yellow Submarine" von den Beatles etwa – wer sich an so etwas heranwagt, der ist entweder wahnsinnig dämlich oder wahnsinnig klug. Auf Minami trifft offensichtlich Letzteres zu. Wenn man die Melodie des Schlagers erkennt – was ein Weilchen dauert – kann man sich nicht eines stillen Lächelns erwehren, so geschickt hat er sie in ein Morsezeichen aus haikuhaften Kürzeln verwandelt. Diese große und sympathische Anverwandlungskunst zeigt Minamis Trio auch in den originellen Umarbeitungen von so unterschiedlichen Songs wie "Un homme et une femme", "Scarborough Fair", Monks "Well You Needn't" und Ornette Colemans "Turn Around". Während Minami und die Seinen bei den Stücken mit ausgewiesener Jazzvergangenheit dem Affen ordentlich Blues-Zucker geben, dominiert bei den drei Eigenkompositionen des Bandleaders eine luftige Leichtheit und zarte Freundlichkeit. Damit erweicht man nicht nur die Herzen von Mafia-Paten.

Josef Engels, 27.03.2010



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