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Henry Purcell

Love Songs

Dorothee Mields, Lautten Compagney, Wolfgang Katschner

Carus/Note 1 CAR83.435
(76 Min., 6/2009) 1 CD

Zuerst glaubt man, die falsche CD eingelegt zu haben: Die knarzigen Didgeridoo-Klänge, mit denen die Lautten Compagney ihr Purcellprogramm beginnt, klingen mehr nach Folk als nach Barock, und erst wenn der Generalbass den groovigen Grundrhythmus dieses curtain tune bekräftigt, weiß man sich auf sicherem Grund. Das Berliner Ensemble liebt solche Grenzverwischungen – auf ihrer letzten CD "Timeless" haben sie gerade erst Minimal Music und italienischen Frühbarock verquickt. Ihre Purcell-CD ist demgegenüber zwar weniger experimentell, aber mindestens ebenso unterhaltsam. Anders als die meisten vom Geigenpult aus geleiteten Barockformationen bauen die Lauttenisten die Musik von der Bassgruppe her auf – so vital pulsierende Grundrhythmen findet man sonst nur noch bei Christina Pluhar und ihrem Ensemble L'Arpeggiata. Bei Purcells Tanznummern ist das schon mehr als die halbe Miete – für den Rest sorgt auf "Love Songs" Dorothee Mields. Sozusagen als Frontfrau dieser Barockband gibt sie mit ihrem gelenkigen Girlie-Sopran Hits wie "Sweeter than roses" und "If music be the food of love" angenehm ungekünstelt und stilsicher zum Besten, beherrscht die intime Melancholie Purcells ebenso wie die lockeren Koloraturen der extrovertierten Nummern. Das ist bester Britpop anno 1680!

Jörg Königsdorf, 17.04.2010



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