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Leopold Godowsky

Walzermasken

Konstantin Scherbakow

Marco Polo/Naxos 8.22 5276
(75 Min., 11/2007)

Der im polnischen Vilnius geborene Leopold Godowsky war am Klavier ein wahrer Pyrotechniker. Und weil ihm daher manches, was da so auf seinem Notenpult stand, allzu leichtgewichtig vorkam, erhöhte er schon mal artistisch – wie bei den Chopin-Etüden – die Schwierigkeitsgrade. Aber auch ansonsten war Godowsky, der 1938 verstarb, ganz und gar ein Kind des 19. Jahrhunderts – mit seinen Transkriptionen und Paraphrasen, die in bester Tradition von Übervater Franz Liszt standen. Für den 1912 komponierten Zyklus "Walzermasken" reduzierte Godowsky zwar leicht den Virtuosenglamour, einfach so aus dem Ärmel schütteln lassen sich diese 24 Miniaturen dennoch nicht, auch wenn sich das bei Konstantin Scherbakow immer so anhört.
Die "Walzermasken" sind vorrangig kleine Vignetten im recycelten Stile etwa von Franz Schubert, Johannes Brahms und natürlich von Frédéric Chopin. Geschmack- und reizvoll kommen diese Imitationen daher, während die "Symphonischen Metamorphosen Johann Strauss'scher Themen", die Godowsky ebenfalls 1912 herausgab, eine dieser umwerfend glitzernden und brillanten Fantasien sind, von denen man so gar nicht genug bekommen kann. Besondere Schmankerln in den "Walzermasken" bilden zwischendurch diese leichthändig hingeworfenen Impressionen von der Walzerstadt Wien – der ein halbes Jahrhundert später, im besten Godowsky-Stil, auch ein Friedrich Gulda eine ähnliche Reverenz erweisen sollte.

Guido Fischer, 15.05.2010



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