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Joseph-Guy Ropartz

Drei Sonaten für Violine und Klavier

Sandrine Cantoreggi, Béatrice Rauchs

Pavane Records/Musikwelt ADW 7491
(78 Min., 8/2004)

Joseph-Guy Ropartz (1864-1955), geboren in der Bretagne und beeinflusst durch Kultur und Atmosphäre dieses Landstrichs, ist der wenig bekannte Herbe unter den französischen "Spätromantikern": Zwar studierte er in der Metropole Paris, aber sein späteres Leben spielte sich dann in Nancy und Straßburg ab, wo er jeweils das Konservatorium leitete. Nach seiner Pensionierung zog es ihn zurück in die heimatliche Bretagne. Sein Œuvre ist umfangreich und vielfältig, aber nur Weniges wurde wirklich bekannt. Auch seine drei Sonaten für Violine und Klavier gehören nicht gerade zum eingeführten Kammermusik-Repertoire, wenngleich sie neben aller Klangfülle und Spielfreudigkeit eine interessante Entwicklung von der zyklisch angelegten Sonate à la César Franck – dieser beeinflusste Ropartz während der Studienjahre stark – hin zu einer wieder mehr klassizistischen Anlage umschreiben. Freilich näherte sich Ropartz weder formal noch tonsprachlich jemals der modernen Musik des 20. Jahrhunderts, freilich haftet ihm aufgrund seiner Vorliebe für heimatlich-bretonisch angehauchte Motivik immer das Etikett "nationale Schule" an – und dies nicht etwa im progressiven Sinn wie im Fall von Bartók oder Kodály. Aber er fand ein eigenes, sehr ansprechendes und profiliertes Idiom, und in einer souveränen Interpretation wie der vorliegenden – Sandrine Cantoreggi und Béatrice Rauchs erweisen sich ab der ersten Spielminute als hochkompetente und gewandte Interpretinnen – garantiert seine Musik puren Hörgenuss der durchaus anspruchsvolleren Art.

Michael Wersin, 22.05.2010



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