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Thomas Robinson, Richard Allison, John Dowland, Francis Cutting u.a.

Lautenmusik

Joachim Held

Hänssler Classic/Naxos 98.600
(66 Min., 9/2009)

Auf seiner musikalischen Rundreise zu den europäischen Lauten-Höfen macht Joachim Held nach Frankreich, Deutschland und Italien nun in England Station. Und unter den ausgewählten Komponisten, die für die instrumentale Blüte der Melancholie in der elisabethanischen Epoche stehen, durfte natürlich John Dowland auf keinen Fall fehlen. Einen ähnlich berühmten Namen tragen heute zwar weder ein Thomas Robinson noch ein John Johnson. Dabei sind sie aus dem Kanon englischer Lautenisten genauso wenig wegzudenken wie die ebenfalls zu ihren Lebzeiten berühmten Kollegen Francis Cutting und Philip Rosseter.
Joachim Held bietet somit einen repräsentativen Querschnitt durch die hohe Kunst der musikalisch erlesenen Zwiesprache, wie sie jenseits des Kanals in der Spätrenaissance gepflegt wurde. Nichts ist überladen oder überformuliert. In den Pavanen, Gallairds und Gigues sitzt jeder Ton, jede Verzierung am rechten Platz. In den Zwischenräumen tun sich aber dann die eigentlichen, musikerzählerischen Dimensionen voller Nachdenklichkeit und Leidenskraft auf. All dem versucht Held nun mit seinem einmal mehr makellosen Spiel nachzuspüren. Die selbstauferlegte Reserviertheit im Ausdruck hingegen lässt auf Dauer ein eigentümlich neutrales Innenleben in Stücken entstehen, die eigentlich unendlich kostbar sind.

Guido Fischer, 10.07.2010



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