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Nikolai Rimski-Korsakow

Orchestersuiten

Russisches Nationalorchester, Mikhail Pletnev

Pentatone/Codaex PTC 5186362
(60 Min., 1/2009)

15 Opern hat Nikolai Rimskij-Korsakow komponiert. Und hätte sich nicht der russische Musikpatriarch Valéry Gergiev in den letzten Jahren immer wieder für sie eingesetzt – man wäre weiterhin ziemlich ahnungslos, mit welchen elementaren Energien der Klangsensualist Rimskij-Korsakow selbst krudeste Opernstoffe durchweg aufwerten konnte. Da der Lehrer Strawinskys glücklicherweise aus seinen Opern auch so manche Orchestersuite zusammengestellt hat, bekommt man damit immerhin mehr als nur einen repräsentativen Eindruck von seiner ungeheuren Farbpalette. Drei solcher Suiten hat Mikhail Pletnev mit seinem Russian National Orchestra eingespielt. Und allein die fünf Sätze aus der Zauberoper "Mlada" formieren sich jetzt zu einem beeindruckenden Schwergewicht, was das Tosende und Tobende, das Exotische und Suggestive anbelangt.
Pletnev, dieser hellwache Herr über Sinnlichkeit und Sinnhaftes, spornt nicht nur hier sein Orchester zu einer verblüffenden Clarté an. In den Suiten von "Schneeflöckchen" und "Die Legende der unsichtbaren Stadt Kitesh und der Jungfrau Fevronia" wischt Pletnev mit einer Hand jede diffuse Opulenz vom Tisch, gestaltet die unmittelbar anspringende Brillanz mit dem programmatisch-poetischen Ausdruckscharakter radikal deckungsgleich. Ob in den Naturbild-Panoramen, bei handfesten Hochzeitsumzügen oder gar den grotesken Tänzen.

Guido Fischer, 10.07.2010



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