Responsive image
Isaac Albéniz

Werke für Gitarre

Wulfin Lieske, Fabian Spindler

Challenge/SunnyMoon CC72374
(114 Min., 8/1994 u. 6-7/2008) 2 CDs

Musik des Spaniers Isaac Albéniz gehört für Gitarristen zum Grundnahrungsmittel. Obwohl Albéniz nie einen einzigen Ton fürs Saiteninstrument komponiert hat. Doch erst die Transkriptionen der Klavierwerke haben nicht zuletzt dank des Urvaters der modernen Gitarre, Andrés Segovia, das Flair dieser wärmenden iberischen Klangwelten eingefangen und berühmt gemacht.
Vieles von dem, was das Gitarrenduo "Lieske Spindler Guitars" nun eingespielt hat, ist natürlich längst festes Repertoiregut. Wie das rhythmisch beschwingte "Castilla" aus der "Suite española" oder das in melancholischen Halbschatten eingetauchte "Córdoba".
Für die Arrangements für zwei Gitarren, die von Altmeistern wie Miguel Llobet und Emilio Pujol stammen, haben Wulfin Lieske und Fabian Spindler jetzt zwei Instrumente unnachahmlich aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Es sind Gitarren aus der Werkstatt jenes Antonio de Torres, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts für alle namhaften Gitarristen als eine Art Gottvater des Instrumentenbaus galt. Von 1856 bzw. 1860 stammen die von Lieske & Spindler gespielten Torres-Antiquitäten. Aber was heißt bei den beiden schon "spielen"! Zwischen sanften Streicheleinheiten und unbekümmerter Heiterkeit entlocken sie ihren Sechssaitern ein farbliches Raffinement und einen resonanzreichen Atem, um den gesamten, bitter-süßen Zauber dieser Musik auszubalancieren. Aber auch die Solo-Stücke der Bonus-CD, die Wulfin Lieske bereits 1994 aufgenommen hatte, stehen dieser Versöhnung der Kunst- mit der Volksmusik in nichts nach.

Guido Fischer, 14.08.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top