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Wilhelm Stenhammar

Klavierkonzerte Nr. 1 u. 2

Seta Tanyel, Sinfonieorchester Helsingborg, Andrew Manze

Hyperion/Codaex CDA67750
(75 Min., 11/2008)

Mit seinem ersten Klavierkonzert hatte sich Wilhelm Stenhammar eine Menge vorgenommen: 45 Minuten Spieldauer rücken das Werk in die Nähe der Brahms-Klavierkonzerte. Die Klaviermusik des Deutschen scheint auch die Grundstimmung von Stenhammars Stück inspiriert zu haben, besonders deutlich im versonnenen Klaviereinsatz des langsamen Satzes. Dass der 22-jährige Schwede diese Dimension noch nicht ganz füllen konnte, zeigt sich vor allem im Finale, das zwar schöne Ideen, aber in seinen 13 Minuten auch einigen Leerlauf bietet – eine Schwäche, der weder die ansonsten zuverlässige Seta Tanyel noch Andrew Manze am Pult seiner Helsingborger Sinfoniker entschlossen genug entgegensteuern. In seinem zweiten, 1907 fertiggestellten Konzert beschränkte sich der zwischenzeitlich arrivierte Stenhammar nicht nur auf Konzert-Normalmaß, sondern fand auch zu einem konzentrierteren, stärker skandinavisch kolorierten Ton. Vor allem dieses Werk mit seinem teils kantablen, teils rezitativisch freien langsamen Satz ragt deutlich über den Klavierkonzert-Durchschnitt der Zeit hinaus, auch wenn die Hyperion-Aufnahme – Folge 49 der Serie "Das romantische Klavierkonzert" – ein wenig pauschal geraten ist und nicht ganz an die wendigere, beherztere Einspielung von Marie Rorbech mit dem Dänischen Nationalorchester (EMI) heranreicht.

Jörg Königsdorf, 11.09.2010



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