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Wolfgang Amadeus Mozart

Klarinettenkonzert KV 622, Sinfonia concertante Es-Dur KV 297b, Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297

Fabio di Càsola, Musikkollegium Winterthur, Douglas Boyd

Sony Classical 88697 64672-2
(71 Min., 8-9/2009)

Ein opulentes, sattes und doch geschmeidiges Gesamtklangbild, ein makellos rundes, obertonreiches Klarinettentimbre: So lässt sich Mozarts Klarinettenkonzert genießen, so kennen wir es aus vielen Aufnahmen. Freilich fehlt einer solchen Edelversion die angenehme Rauheit historischen Instrumentariums, die wirkungsvoll vor Überzuckerung bewahrt. Es fehlt in der Interpretation auch jene Kantigkeit und freche Schroffheit, mit der Mozart von Alte-Musik-Ensembles häufig gegen den Strich gebürstet wird, was sich auch kaum jemals als Nachteil herausstellt. Aber wer den üppigen Genuss-Mozart sucht, der ist mit Fabio di Càsolas gefühlvollem Klarinettenspiel ohne Zweifel sehr gut bedient: Er versteht es, die großen Bögen vollkommen organisch auszuspannen. Er kann seinen Ton ins Nichts verschwinden lassen und ihn jederzeit und in jeder Lage sogleich wieder zu voller Süffigkeit steigern – ein Meister der modernen Klarinette.
In der hinsichtlich der Urheberschaft noch immer umstrittenen, nichtsdestotrotz wunderschönen "Bläser-Concertante" KV 297b gesellen sich mit Silvia Zabarella (Oboe), Daniele Galaverna (Fagott) und Kenneth Henderson (Horn) drei Gleichgesinnte dazu: Sie verhelfen der Musik, tatkräftig unterstützt vom dynamisch überaus engagierten Orchester, zu sahnig-cremiger Präsenz. Kein schlankes Musizieren, fürwahr. Serviert wird auch hier höchst kalorienhaltige Kost, wobei die artikulatorische Detailarbeit häufig etwas auf der Strecke bleibt.

Michael Wersin, 18.09.2010



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