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Arcangelo Corelli, Georg Philipp Telemann, Jean-Philippe Rameau/Antonio Valente, Gaspar Sanz, Gaspar Fernandes, u. a.

"Le Concert Spirituel"/"El Nuevo Mundo – Folías Criollas"

Le Concert des Nations, Jordi Savall/Montserrat Figueras, Hespèrion XXI, Tembembe Ensamble Continuo, Königliche Kapelle Katalonien, Jordi Savall

AliaVox/harmonia mundi AVSA 9877/AliaVox/harmonia mundi AVSA 9876
(78 Min., 2/2010 bzw. 2009 u. 2010)

Unermüdlich misst Jordi Savall die historischen Längen- und Breitengrade unseres musikalischen Globus aus. Dabei werden aber nicht immer nur bisher unbekannte Flecken wiederentdeckt. Wie auf "El Nuevo Mundo – Folías Criollas", dieser Klangpassage zwischen dem alten Spanien und der neuen, lateinamerikanischen Welt. Manchmal reicht dem modernen Alte-Musik-Kolumbus Savall nur ein kurzer Blick in die europäischen Musikgeschichtsbücher, um ein aufnahmewürdiges Thema zu finden. Mit "Le Concert Spirituel" ist die Bündelung von Werken dreier Komponisten überschrieben, die im 18. Jahrhundert in der berühmten Pariser Konzertreihe "Concert Spirituel" gerne zu Gehör gebracht wurden. Arcangelo Corelli, Georg Philipp Telemann und Jean-Philippe Rameau sind die Auserwählten aus einer riesigen Komponistenschar, die ab 1725 dem Pariser Bürgertum und Adel präsentiert wurde.
Mit seinem Orchester Le Concert des Nations legt sich Savall gewohnt akzentuiert, schnittig und aristokratisch edel ins Zeug für ein Concerto grosso Corellis, zwei Suiten Telemanns sowie für Instrumentalwerke aus Rameaus Opéra-ballet "Les Indes galantes". Und mit all den unterschiedlichen Facetten, von Italien über Telemanns französische und englische Tanzrhythmik bis zu den von Rameau besuchten Indianern Nordamerikas, spiegelt das Programm einen internationalen Dialog wider, an die das zweite Savall-Album "El Nuevo Mundo – Folías Criollas" nahtlos anknüpft. Schon 2004 war Jordi Savall mit der Aufnahme "Villancicos y Danzas Criollas" eine erste Forschungsreise in eine Zeit angetreten, als die Spanier den Atlantik überquerten und exportfähige Lieder und Tänze mit an Bord hatten. Und wie die Fandangos und Corridos nicht nur in der Volksmusik Mexikos, Kolumbiens und Venezuelas Fuß fassten, sondern geradezu eine symbiotische Beziehung mit ihr eingingen, hat Savall erneut und noch verblüffender rekonstruiert – mit seinem Stamm-Ensemble Hespèrion XXI und den mexikanischen Musikern vom Tembembe Ensamble Continuo.

Guido Fischer, 09.10.2010



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