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Robert Schumann

Concert sans orchestre, Fantasie C-Dur

Florian Uhlig

hänssler classic CD 98.603
(67 Min., 3/2010)

Schon gewaltig, was sich Florian Uhlig da vorgenommen hat: Das gesamte Klavierwerk Robert Schumanns will der junge deutsche Pianist in den nächsten Jahren auf 15 CDs vorlegen und verspricht dabei auch noch einige Ersteinspielungen. Auch auf der ersten CD seines Mammutprojekts sind zwei Quasi-Uraufführungen vertreten: Die beiden von Uhlig und Joachim Draheim ergänzten Fragmente sind musikalische Fußnoten, die den Entstehungsprozess des auch als dritte Klaviersonate firmierenden "Concert sans orchestre" op. 14 dokumentieren. Leider dämpft Uhligs Spiel die Neugier auf seine bevorstehenden Schumann-Exkursionen ein wenig: Zwar gelingt es ihm, mit schlankem Ton den wuchernden Klaviersatz des Stückes aufzulichten, doch bleibt sein Spiel durchweg zu temperiert. Das "Prestissimo possible" tritt auf der Stelle, statt Funken zu sprühen, und schon der Kopfsatz verliert nach wenigen Takten seinen Elan, weil Uhlig der himmelstürmende Überschwang und die hochgespannte Innigkeit fehlen, die ein großer Schumann-Interpret nun mal mitbringen muss. Wer neugierig auf das sperrige, selten gespielte Stück ist, muss wohl nach wie vor zu Horowitz’ Carnegie-Hall-Mitschnitt vom November 1975 greifen. Auch bei der C-Dur-Fantasie hängen die Trauben für Uhlig einfach zu hoch – mit technisch gewandtem, feinsinnig gestaltendem Spiel allein kommt man gegen die erdrückende Konkurrenz von Kempff bis Arrau einfach nicht an.

Jörg Königsdorf, 23.10.2010



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