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Giuseppe Verdi, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini

The Italian Tenor

Vittorio Grigolo, Orchester des Teatro Regio di Parma, Pier Giorgio Morandi

Sony Classical 88697 72384-2
(64 Min., 1 & 2/2010)

Eigentlich ein Himmelfahrtskommando, auf das sich Vittorio Grigolo da auf seinem Debütalbum eingelassen hat: Seine Galerie der berühmtesten italienischen Tenorarien fordert nicht nur in jedem einzelnen Fall den Vergleich mit den Größten heraus, sondern könnte auch schnell langweilen und die Musik gleichförmiger wirken lassen, als sie tatsächlich ist. Dass das bei Grigolo keinen Augenblick lang der Fall ist, liegt vor allem daran, dass der Toskaner nicht nur eine außergewöhnlich schöne Stimme besitzt, sondern sie auch klug einsetzt. Grigolo singt nicht bloß schöne Arien, er liefert ein Dutzend Miniaturporträts, die etwas über die jeweilige Situation seiner Opernhelden erzählen: Da ist Nemorino wirklich todtraurig, charmiert Rodolfo mit lässigem Bohemien-Geplauder, und wenn sein Rinuccio im "Gianni Schicchi" von der Schönheit seiner Vaterstadt schwärmt, klingt das so begeistert, dass man sofort nach Florenz fahren möchte. Selbst den Rollen des 'schwereren' Fachs, die auf den ersten Blick (noch) nicht zu seinem lyrischen, anschmiegsamen Tenor passen, drückt Grigolo seinen Stempel auf: Cavaradossis "E lucevan le stelle" etwa singt er zärtlich und frei wie ein spontanes Liebesgedicht und, die größte Überraschung, selbst der Trovatore Manrico zeigt in seiner berüchtigten Stretta nicht nur ein markig geschmettertes hohes C, sondern auch die verletzliche Seite des Sohns, der sich um seine Mutter sorgt. A star is born.

Jörg Königsdorf, 27.11.2010



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