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Phantom Speaker

State of Monc

Our Distribution/Soulfood STOMO 045
(68 Min., 12/2008)

Nach dem ganzen Rechtsruck-Gedöns ist es jetzt auch endlich mal wieder Zeit für gute Nachrichten aus den Niederlanden. Dort haben sich verschiedene Bands – darunter die an dieser Stelle schon einmal hochgelobte Truppe Monsieur Dubois – zum so genannten "Dutch Nu Jazz Movement" zusammengeschlossen. Was eigentlich etwas verwirrend ist, weil der Begriff "Nu Jazz", nun ja, nicht mehr wirklich den besten Klang hat.
Aber was soll’s. Wenn man so leidenschaftlich und intelligent zwischen dem Jazz der frühen 70er und der DJ-Kultur der späten 90er vermittelt, wie es das Septett State of Monc tut, ist es letztendlich egal, wie man diese Mischung nennt. Das von Trompeter Artur Flink und dem Laptop-Spezialisten Hielke Praagman angeführte Kollektiv, dem zusätzlich zwei Saxophonisten, ein Keyboarder, ein E-Bassist und ein Drummer angehören, liefert eine höchst unterhaltsame Zusammenfassung des handgemachten Club-Jazz der vergangenen Jahre. Man gewahrt Anleihen an TripHop und Dub, hört die nordische Melancholie eines Nils Petter Molvaer ("Camelz") und das Crossover-Drängen eines Erik Truffaz’ ("Running") – sowie die Ekstase des Raves.
In der zweiten Hälfte der Aufnahme zeigt State of Monc nämlich, dass man mehr kann, als durchaus reizvolle, dunkel vibrierende Soundgewebe zu entwerfen. "The Hitman" lässt Hardbop-Gebläse und Intellektuellen-Techno aufeinanderprallen, "Soyuz One" nimmt sich aus wie ein Fatboy-Slim-Remix von "We Want Miles", "Bean’s Shadows" schließlich klingt wie Weather Report fürs 21. Jahrhundert. Und die beiliegende DVD beweist, dass das wirklich alles live aufgenommen wurde. Respekt.

Josef Engels, 04.12.2010



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