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Hearing the Silence

Claudio Abbado

Medici Art/Naxos 2053279
(67 Min., 2003)

Der Untertitel ist eine Warnung: "Skizzen zu einem Porträt" hat Jan Smaczny seinen Film über Claudio Abbado genannt. Wer Auskunft über den Werdegang des 1933 geborenen Maestro erwartet, muss also anderswo suchen. Auf ihre Kosten kommen bei dem gut einstündigen Porträtfilm in erster Linie die bedingungslosen Fans von Divino Claudio, die sich auch nicht daran stören werden, dass die meisten der von Smaczny befragten Musiker (Ausnahme: Daniel Harding) kaum Substanzielles über den Maestro zu berichten wissen. In erster Linie erfährt man in diversen Variationen, dass Abbado ein wunderbarer Musiker ist und immer wunderbarer wird – das belegen allerdings schon die Musikschnipsel aus diversen EuroArts-Produktionen mit den Berliner Philharmonikern, dem Mahler Chamber Orchestra und dem Luzerner Festival-Orchester, die den Film durchziehen. Dass der Film sich über die Lebensumstände Abbados ausschweigt, liegt sicher auch am Maestro selbst, der in dieser Hinsicht bekanntermaßen zugeknöpft ist und sich auch im Gespräch nur ein paar salbungsvolle Weisheiten entlocken lässt. Ein bisschen genauer hätte man allerdings schon gewusst, warum sich Abbado beispielsweise entschloss, seinen Berliner Posten aufzugeben. Und wenn zwar die These aufgestellt wird, dass die Gedichte Hölderlins zentral für das Kunstverständnis Abbados seien, aber im ganzen Film nicht einmal der Name Luigi Nono fällt, dann taugt das nicht mal als Porträt-Skizze.

Jörg Königsdorf, 08.01.2011



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