Responsive image
Diverse

Chaconne

Rinaldo Alessandrini

naїve/Indigo 950872
(73 Min., 2/2008)

Ein Programm mit lauter Chaconnes – sechzehn Stücke dieser Art aus den Federn verschiedenster Komponisten präsentiert Rinaldo Alessandrini auf dieser CD – könnte doch leicht Langeweile mit sich bringen; schließlich sind diese Stücke allesamt Variationen über einen jeweils gleichbleibenden Bass. Indes: von Eintönigkeit keine Spur auf dieser CD. Dafür sorgt einerseits der faszinierende Einfallsreichtum der Komponisten aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, England, Ungarn und den Niederlanden, andererseits Rinaldo Alessandrinis technisches wie gestalterisches Können.
Das überwiegend barocke Programm wird effektvoll gewürzt durch zwei 'Ausreißer': Am Ende des ersten Teils steht eine "Passacaglia ungherese" von György Ligeti, ein überraschend tonales, aber harmonisch wie kontrapunktisch sehr vielfältiges, bisweilen humorvolles Stück, das mit seinem Beginn mit dem 'Bassthema' in Diskantlage die Chaconne-Idee quasi auf den Kopf stellt. Den Schlusspunkt setzt eine mit der Pop-Idiomatik liebäugelnde Chaconne von Rinaldo Alessandrini selbst, die der Rezensent spontan als das am wenigsten bedeutsame Element des Programms bezeichnen würde. Aber das ist ein Nebenbefund: Ansonsten geht es munter auf und ab mit halsbrecherischen Skalen und Akkordketten, die originellen Ideen der hellsten europäischen Musiker-Köpfe des 17. und 18. Jahrhunderts fliegen einem nur so um die Ohren. Eine großartige CD.

Michael Wersin, 29.01.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top