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Claudio Monteverdi

Vespro della Beata Vergine

L´Arpeggiata, Christina Pluhar

Virgin/EMI 6419942
(75 Min., 4/2010)

Monteverdis Marienvesper auf einer einzigen CD? Das geht tatsächlich, sofern man nur eine der beiden Magnificat-Optionen des Werks einspielt und die Antiphone weglässt, die die Vesper im liturgischen Kontext verankern. Wie schon Rinaldo Alessandrini in seiner Einspielung argumentiert auch Christina Pluhar, dass die Vesper nicht nur für die Kirche, sondern auch für Aufführungen in fürstlichen Privatgemächern konzipiert worden sei, und wie Alessandrini begründet sie damit nicht nur den Verzicht auf die gregorianischen Antiphone, sondern auch die solistische Besetzung. Das war's allerdings auch schon mit den Gemeinsamkeiten: Während Alessandrinis straffer, prunkvollerer Ansatz den repräsentativen Charakter der Vesper betont, stellt Pluhar schon in der locker angegangenen, phantasievoll ausgezierten Toccata die Zeiger auf Party und bringt ihr Markenzeichen, den pulsierenden Continuo-Swing ein. Das weichere, aufgefächerte Klangbild, dem auch die Auswahl der Sänger (darunter Nuria Rial und der fabelhafte Bass João Fernandes) entspricht, sowie der tänzerische Grundgestus bekommt vielen Nummern wie der "Sonatina sopra Santa Maria" (die Pluhar ausnahmsweise doppelt besetzt) bestens, stößt jedoch beim "Magnificat" an Grenzen: Hier hätte es auftrumpfendere, extrovertiertere Solisten und einen energischeren Zugriff gebraucht, um die Spannung über die von Vers zu Vers wechselnden Besetzungen aufrecht zu halten.

Jörg Königsdorf, 12.02.2011



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