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Diverse

French Baroque (Flötenwerke)

Dorothee Oberlinger, Ensemble 1700

dhm/Sony 88697 735092
(72 Min., 4/2010)

Mit ihrer neuen CD begibt sich Dorothee Oberlinger auf unerwartetes Terrain: In "Versailles 1700- 1740", so der Untertitel des Albums, hatte die Blockflöte nicht mehr viel zu melden. Denn noch viel früher als in Deutschland und Italien hatte die neue Traversflöte in Frankreich das ältere Instrument an den Rand gedrängt – wenn bei einem Komponisten wie dem Flötenpapst Jacques-Martin Hotteterre auch mal ein Stück exklusiv für die Blockflöte abfiel, war das eher die Ausnahme. Kein Wunder daher, dass Oberlinger sich bei der Konkurrenz bedienen muss, um ihre CD voll zu bekommen, und sich eines der schönsten Flötenkonzerte überhaupt, das a-Moll-Konzert von Michel Blavet, gekapert hat. Das Resultat überzeugt nicht wirklich: Verglichen mit der luftigen Eleganz und Empfindsamkeit der Originalversion klingt die Blockflötenversion eher hausbacken, zumal Oberlinger und ihr Ensemble 1700 den Ecksätzen auch einiges an Drive schuldig bleiben. Zu den pastoral gefärbten Stücken von Chèdeville und Jean Hotteterre passt der Ton der (jeweils durchaus adäquat ausgesuchten) Blockflöten besser, verschiebt allerdings den Akzent von höfisch-kultivierter Distanz ins direkt Illustrative. Die Entdeckung des etwas samplerartig mit Flötenwerken und Bearbeitungen von insgesamt zehn Komponisten bestückten Programms ist Jean Hotteterre: "La noce champêtre", die Schilderung einer ländlichen Hochzeit inklusive Liebesnacht, bei der allerdings nicht die Flöte, sondern die wunderbar knarzige Drehleier von François Lazarevitch der Star ist.

Jörg Königsdorf, 19.02.2011



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