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Carl Philipp Emanuel Bach

Cellokonzerte

Truls Mørk, Les Violons du Roy, Bernard Labadie

Virgin/EMI 6944920
(68 Min., 11/2008)

Der gerade Weg von den feuerroten Fingerspitzen mitten hinein ins Herz hat einen Namen: Truls Mørk. Der norwegische Cellist weiß schließlich, dass musikantische Bravourakte sich schnell totlaufen können, wenn nicht gleichzeitig eine riesige Portion Gefühl mit im Spiel ist. Mørk erweist sich daher als der ideale Fürsprecher für die drei Cellokonzerte, die Carl Philipp Emanuel Bach um 1750 während seiner Berliner bzw. Potsdamer Zeit komponiert hat. Einen durchaus beliebten Rang besitzen die Werke zwar unter Cellisten. Doch der gedanklichen Präzision und formalen Vollendung dieser Kunstwerke hat man bisher nie so richtig getraut bzw. sie nur ansatzweise in den Griff bekommen. Wie ganz anders stellt sich das jetzt dar: bei Mørk und dem überragend durchsichtig und quirlig aufspielenden Alte Musik-Ensemble Les Violons du Roy.
Von schlanker Lockerheit über knisternde Virtuosität bis zur strömenden Tonfülle zieht Mørk alle Register. Scheinbare Floskeln fegt er mit einem Bogenstrich weg und verwandelt sie mit seinem kontrollierten Überschwang in wertvolle, wärmend innige Musik. Und der langsame Satz des A-Dur-Konzerts verströmt gar eine magische und tragische Seufzer-Stimmung, bei der man unweigerlich an den damals noch nicht geborenen Mozart denken muss. Wie danach Mørk & Co. aber alle Fenster aufreißen und ihre Spiel- und Lebensfreude ausleben, zeigt einmal mehr, was für ein geistvoller Glücksspender Bach-Junior in allen Belangen gewesen ist.

Guido Fischer, 07.05.2011



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