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James Farm

Joshua Redman, Aaron Parks, Matt Penman, Eric Harland

Nonesuch/Warner 7559797780
(68 Min., 8/2010)

Man könnte jetzt ganz schlau tun und darauf hinweisen, dass es sich bei der Vereinigung von Saxophonist und Ex-Junglöwen Joshua Redman, Pianist Aaron Parks, Bassist Matt Penman und Schlagzeuger Eric Harland ausdrücklich nicht um eine zusammengewürfelte All-Star-Band handelt. Schließlich hat sich das Quartett ja mit „James Farm“ extra einen eigenwilligen Namen gegeben, um jedweden Eindruck von Beliebigkeit zu zerstreuen. Wenn man aber die Diskographie von Redman kennt, weiß man, dass das nichts zu bedeuten hat. Mit Yaya3 und seiner Elastic Band hatte der Saxophonist in den vergangenen Jahren ja schon einmal zwei Formationen lanciert, deren Bestand nicht von langer Dauer war. In seinem Abwechslungsreichtum erinnert "James Farm" nun durchaus an die Elastic-Band-Aufnahme "Momentum", die sich damals als krampflösendes Mittel gegen die Haltungsschäden bei ständiger Traditionsverbeugung erwies.
Es scheint, als wollten Redman, Parks, Penman und Harland mit ihrer Einspielung ein Kompendium des Gegenwartsjazz vorlegen. "Polliwog" beispielsweise klingt in seinen saxophonlosen Parts exakt wie eine zeitgenössische Piano-Trio-Einspielung aus Europa, "Chronos" mit seinen orientalischen Einflüssen wie ein Stück von Avishai Cohen, "Coax" und "Bijou" wie so viele der vom Pop beeinflussten Kompositionen der Jazz-Jetztzeit. Vergleichsweise aus dem Rahmen fallen da das an den jungen Pat Metheny (und dessen Zusammenarbeit mit Redmans Vater Dewey) erinnernde "1981", das vor allem im B-Teil recht realbookige "If by air" sowie das mit seinen Filter-Spielereien an die Jahrtausendwende gemahnende "I-10". Das alles hat etwas leicht Gestriges. Auch wenn "James Farm" keine Aufnahme aus einem Guss vorlegt und es Redman zuweilen an einer gewissen Schärfe mangeln lässt – angesichts des Potenzials wünscht man sich, dass eine Band daraus werden möge, von der man noch mehr zu hören bekommt.

Josef Engels, 11.06.2011



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