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Matthias Weckmann

Abendmusiken

Eugénie Warnier, Damien Guillon, Robert Getchell, Benoît Arnould, Ensemble Les Cyclopes, Bibiane Lapointe, Thierry Maeder

Zig-Zag Territoires/Note 1 ZZT110502
(67 Min., 1 & 4/2010)

Als Protegé von Heinrich Schütz und Schüler von Jacob Praetorius begann der 1616 geborene Thüringer Matthias Weckmann seine musikalische Laufbahn, die 1655 übernommene Stelle des Hamburger Jakobi-Organisten krönte seine Karriere. Die Vokal- und Instrumentalmusik, die auf dieser CD höchst kompetent präsentiert wird, zeugt von Weckmanns exzeptionellem kompositorischen Können, in dem sich viele Strömungen seiner Zeit auf kreative Weise verbinden. Wie großartig lotet er in den beiden Quartett-Sonaten die klanglichen Möglichkeiten der eigenwilligen Besetzung (Violine, Zink, Posaune, Fagott und Continuo) aus und jongliert auf vielfältigste Weise einerseits mit einer der Vokalmusik nahen, geradezu gestischen Motivik und andererseits mit italienisch inspirierter Diminutionskunst. Pure musikalisch-rhetorische Expressivität bieten die geistlichen Kantaten, darunter „Wie liegt die Stadt so wüste“ nach dem bekannten alttestamentlichen Klagelied-Text. Und die große Choralbearbeitung über das bekannte Pfingstlied „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ für Orgel demonstriert eindrucksvoll Weckmanns bedeutenden Rang innerhalb der norddeutschen Orgelkunst, die so auf Scheidemann und Reinken zurückzuführen ist und schließlich in Bachs Schaffen münden sollte. Eine durch und durch beglückende CD also, deren Überzeugungskraft freilich nicht nur auf die Güte der Kompositionen, sondern vor allem auch auf der durchweg gelungenen Wiedergabe basiert: Thierry Maeders Sänger und Instrumentalisten sind ausnahmslos von hervorragender Qualität – ihnen zu lauschen erweist sich als völlig ungetrübtes Vergnügen.

Michael Wersin, 03.09.2011



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