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Distant Light

Benjamin Schatz

Double Moon/Sunny Moon DMCHR 71092
(40 Min., 2/2010)

Was für ein verheißungsvolles Talent der Pianist Benjamin Schatz ist, lässt sich schon allein daran erkennen, dass er bei seinem Debüt wie selbstverständlich von ehemaligen Dozenten begleitet wird. Den Bassisten Pepe Berns und den Schlagzeuger Heinrich Köbberling lernte der von Richie Beirach ausgebildete Schatz an der Musikhochschule Leipzig kennen; gemeinsam bestreitet man nun die erste Hälfte der Einspielung „Distant Light“.
Und die ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil Schatz mit dem düsteren Interlude „A Dark Summer“ den zum Unsommer 2011 perfekt passenden Anti-Hit geschrieben hat. In der Trio-Besetzung kommt die Kompositionskunst des Pianisten wunderbar zum Tragen; sei es in dem poppigen, von einem zum Niederknien schönen Bass-Thema getragenen „Distant Light“ oder in dem verspielten „Little Dream Of A Lonely Rabbit“.
Bei so viel eigener Aussagekraft verwundert es, dass – fast schon unnötigerweise – ein Standard wie Miles Davis’ „Four“ auf der CD erscheint. Allerdings handelt es sich bei dem reharmonisierten Klassiker gewissermaßen um ein Scharnier. Hier wird der spröde Ton des Saxofonisten Johannes Enders etabliert, der anschließend als Hauptdarsteller in einer vierteiligen Suite agiert. Die ist im Vergleich zu den Stücken am Anfang der Aufnahme ungleich uneingängiger.
Im vierten, abschließenden Teil gelingt dann aber die Synthese zwischen freundlicher Aufbruchstimmung und disharmonischer Vergrübeltheit. Bei dem „Distant Light“ im Albumtitel muss es sich um einen Sonnenaufgang handeln.

Josef Engels, 17.09.2011



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