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Hans Leo Hassler

Missa Octava u.a.

Octava Ensemble

Dux/Note 1 DUX0750
(53 Min., 1/2011)

Diese CD lockt einem unwillkürlich ein Schmunzeln auf die Lippen: Es ist erfrischend, mit welchem Eifer und Engagement dieses Vokalensemble aus jungen polnischen Sängern Hans Leo Hasslers Musik im Beiheft anpreist; Der Jubel mündet – im Blick auf den eigenen Ensemblenamen und die hier präsentierte gleichnamige Messe Hasslers – in den Ausruf: „We have our own Mass!“ So viel unverstellte Begeisterung für vokalpolyphones Repertoire vermag beinahe zu rühren, zumal auch der musikalische Vortragsstil, wie der Hörer schon nach wenigen Takten feststellen kann, umwerfend stringent und energiegeladen ist. Aber leider gibt es auch schwerwiegende interpretatorische Mängel: So sehr nämlich die jungen Polen grundsätzlich den Vortragsduktus der besten englischen Ensembles zu adaptieren verstehen, so sehr mangelt es wenigstens einigen von ihnen an den notwendigen Fertigkeiten für den professionellen Ensemblegesang. Ein Teil der acht Sänger hat eindeutig nicht das nötige technische Finish als Rüstzeug parat; einige Stimmen klingen, sobald sich der kompakte Tuttiklang lichtet und Details hörbar werden lässt, in manchen Lagen luftig und belegt oder auch flach und dünn. Gleichzeitig mangelt es stellenweise erheblich an einer sauberen Intonation. Und auf der Ebene der Sprachbehandlung wird die Grenze zwischen kraftvollem Zupacken und Grobheit hin und wieder überschritten. Somit ist bedauerlicherweise zu konstatieren: Es ist noch einige Arbeit zu leisten, bis das „Octava Ensemble“ wirklich konkurrenzfähig wird. Immerhin ist der unbeugsame Wille, ja das Sendungsbewusstsein offenbar schon vorhanden.

Michael Wersin, 14.01.2012



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