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Antoine Boesset

L’Archange & Le Lys: Messen & Motetten

Ensemble Correspondances, Sébastien Daucé

Zig-zag territoires/Note 1 ZZT 110801
(68 Min., 3/2011)

Der Komponist dieser himmlischen Musik lässt sich nicht mit letzter Sicherheit bestimmen: Auf den Namen „Boesset“ hörten im barocken Frankreich mehrere Künstler. Aber jener 1587 in Blois geborene „Antoine“, für den sich die Musikwissenschaftler am „Centre de musique baroque de Versailles“ entschieden haben, dürfte der wahrscheinlichste Kandidat sein: Er arbeitete am Hof Königs Ludwigs XIII. und für die Nonnen der „Abbaye royale“ auf dem Montmartre, die er aufs Vollkommenste das Singen gelehrt haben soll.
Die hier präsentierten Stücke überlebten, versehen nur mit dem Nachnamen des Komponisten, in einer Sammelhandschrift namens „Recueil Deslauriers“. Sie sind von außerordentlicher Qualität: Das Zusammenwirken von feinster polyphoner Stimmenverflechtung und lieblicher Melodik, wie es für die französische Musik jener Tage so typisch ist, begeistert besonders deshalb so sehr, weil es von den Sängern und Instrumentalisten des „Ensemble Correspondances“ absolut überzeugend dargeboten wird. Purer Wohlklang verbindet sich mit restloser Beherrschung sämtlicher Tugenden des Ensemblegesangs und -spiels. In Messsätzen, marianischen Antiphonen und Motetten entfaltet sich im Miteinander von hellen Gamben- bzw. Blockflötenklängen und Frauenstimmen die volle Pracht einer lichtdurchfluteten, in ihrer Wirkung ungeheuer positiven Kompositionskunst, wie es sie so nur im frühbarocken Frankreich gab.

Michael Wersin, 28.01.2012



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