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Claude Debussy, Gustav Mahler

La Mer, Sinfonie Nr. 2 c-Moll "Auferstehungs-Sinfonie"

Rachel Harnisch, Eteri Gvazava, Festivalorchester Luzern, Claudio Abbado

DG/Universal 477 508-2
(105 Min., 8/2003) 2 CDs

Das unergründliche Meer zieht den Menschen seit eh und je in seinen Bann. Je nachdem, wie scharf man den Blick stellt, sieht man einzelne Wassertropfen hüpfen oder verliert sich in der unendlichen Weite des Horizonts. Man kann die Wellen sportlich nehmen oder sich von ihrem Rhythmus in einen Taumel versetzen lassen, der in eine Märchenwelt von glitzernden Fischen und Meerjungfrauen lockt. Claudio Abbado hat die Musiker in Debussys Ideenwelt vom Meer geführt. Das Orchester schafft dichte Klangbilder voll schillernder Farben und Tiefenwirkungen.
In diesem Luzerner Festivalorchester 2003 spielen ausschließlich Musiker, die gern mit Claudio Abbado arbeiten. Zusätzlich zum hochmotivierten Mahler Chamber Orchestra sind etliche erstklassige Solisten Abbados Einladung gefolgt, darunter die Klarinettistin Sabine Meyer und Mitglieder ihres Bläserensembles, der Oboist Albrecht Mayer, der Flötist Emmanuel Pahud, der Geiger Kolja Blacher und das Hagen Quartett. Alle lieben Abbado und kommen in ihrer Freizeit, um mit ihm ein Fest für die Musik, ein Fest der Musik zu feiern. Die Musiker wissen um die schwere Krankheit, die der ehemalige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker mit Geduld und Stärke meistert und die ihn intensiv mit den Gedanken an den Tod konfrontiert hat. Wie bewegend und intensiv dieser Prozess für alle ist, mit dem gelöst wirkenden, visionär die musikalische Welt gestaltenden Dirigenten über Tod und Auferstehung nachzudenken, das spürt man in diesem Werk von Gustav Mahler. Die Musiker geben Gedanken Gestalt und stellen ihr Können in den Dienst einer Idee, die den irdischen Boden nie zu verlassen scheint und doch entschlossen und mit ganzer Kraft ästhetisch voller Würde in wundersame Reiche dringt.

Margarete Zander, 09.10.2004



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