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Dmitri Schostakowitsch

Klavierkonzerte Nr.1 & 2, Violinsonate

Alexander Melnikov, Isabelle Faust, Jeroen Berwaerts, Teodor Currentzis, Mahler Chamber Orchestra

harmonia mundi HMC 902104
(74 Min., 11&12/2010, 3/2011)

Nach eigener Aussage soll Dmitri Schostakowitsch mit seinem 2. Klavierkonzert ausschließlich „pädagogische Ziele“ verfolgt haben. Und um die Finger seines auch schon 19-jährigen Sohnemanns Maxim zu schmieren, legte er im Finalsatz einen wahnwitzigen Geläufigkeitsparcours aus. Doch natürlich ist auch diese konfektionierte Hochbetriebsamkeit nur eine der vielen, augenzwinkernden Hundsgemeinheiten, mit denen Schostakowitsch sein ganz und gar nicht lehrbuchreifes Konzert gespickt hat. Grotesk lässt er hier die Rhythmen stampfen. Dort blitzen burleske Fanfaren auf. Während man zwischendurch, im 2. Satz, wieder etwas zur Besinnung kommt. Bei dem schon fast Chopin-zärtlichen Dialog zwischen Klavier und den sordinierten Streichern. Und auch darin erweisen sich Pianist Alexander Melnikov, Dirigent Teodor Currentzis und das Mahler Chamber Orchestra als ein Dreamteam, das mit feinstem Gespür auch das Zartbittere in dieser Musik erfasst.
Wenn man aber in den Ecksätzen sowie in dem 1. Konzert für Klavier, Trompete und Streicher gleich drei Gänge höher schaltet, sind die Musiker vollends in ihrem Element. Auch mit der schnittigen Zusatzkraft Jeroen Berwaerts an der Trompete geht es da grell, zackig und fratzenhaft funkelnd zu, dass es einem in den Ohren klingelt. Vorrangig dunkle Wolken ziehen dagegen mit der Violinsonate von 1969 auf. Und gebannt hält man allein im Finalsatz den Atem an – wenn Melnikov zusammen mit Isabelle Faust und ihrem packend konzentrierten Spiel in die Seelenabgründe des vom Leben gezeichneten Komponisten steigt.

Guido Fischer, 17.03.2012



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