Magnetic Works 1993-2001

Jon Balke


ECM/Universal 277 5156
(101 Min., 1993-2001) 2 CDs

Der Pianist Jon Balke ist zweifellos einer der Väter des norwegischen Jazzerfolgs zur Jahrtausendwende. In seiner 1981 gegründeten Band Oslo 13 verdienten sich spätere Stars wie der Trompeter Nils Petter Molvaer oder der Saxofonist Trygve Seim ihre ersten Sporen.
Nach der Auflösung von Oslo 13 gründete Balke mit dem Magnetic North Orchestra eine höchst spannende Formation, die als unorthodoxe Big Band an der Schnittstelle zwischen Kammermusik, dezenter, zuweilen ins Orientalische spielender Folklore und zawinulesker Jazzfusion agierte. Die Kompilation „Magnetic Works“ ist nicht nur deshalb so interessant, weil sie die Entwicklung des in dieser Form nicht mehr existierenden Ensembles in all seinen feinen Schattierungen dokumentiert. Sie birgt überdies auch die Wiederveröffentlichung der nur in Norwegen (und auch dort nur für kurze Zeit erhältlichen) Einspielung „Solarized“.
Das gleichnamige Stück ist auch einer der Höhepunkte der Werkschau – weitab der amerikanischen Big-Band-Tradition trifft da eine unkonventionelle, von Anders Jornims pulsierendem Bass angetriebene Jazz-Combo auf ein Streicherquartett, das seinerseits wie eine eigentümliche E-Gitarre klingt.
Die Werkschau macht deutlich: Balkes Magnetic North Orchestra gehört in die Riege der großen, zeitüberdauernd bedeutsamen Jazzorchester. Wie schon bei Ellington & Co liegt’s auch an den überragenden Musikerpersönlichkeiten: Wer Leute wie Anders Jornim, Marilyn Mazur oder Arve Henriksen in der Band hat, kann sich glücklich schätzen.

Josef Engels, 11.08.2012


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