Georg Philipp Telemann

Quixotte & La Changeante (Concerti, Suiten)

Europa Galante, Fabio Biondi


Agogique/harmonia mundi AGO005
(72 Min., 2/2011)

Obwohl von Zeit zu Zeit Spezialistenensembles wie die Musica Antiqua Köln oder Solisten wie Bratscher Nils Mönkemeyer sich exquisit für Georg Philipp Telemann eingesetzt haben, wird er doch weiterhin nur als niveauvoller Vielschreiber geschätzt. Ist daher jedes Engagement für ihn nur vergebliche Liebesmüh´? Auch wenn sich Telemanns Popularität nach dieser Neueinspielung von ausgewählten Suiten und Konzerten für Streicher nicht unbedingt auf einen Schlag verdoppeln wird, ist sie das reine Vergnügen. Denn das italienische Alte Musik-Ensemble Europa Galante ist hier genau mit jenem mitreißenden Elan und geistvoller Finesse zur Sache gegangen, wie man es gerade von seinen unzähligen Vivaldi-Einspielungen her kennt.
Mit der Auswahl der fünf Werke hat Ensemble-Leiter Fabio Biondi zwar nicht unbedingt Neuland betreten. Neben zwei Konzerten für zwei bzw. drei Violinen gibt es da Telemanns Konzert-Hit Nr. 1 für Bratsche in G-Dur. Von den beiden Suiten erfreut sich dagegen die „Burlesque de Quixotte“ einiger Beliebtheit. Und hier greift Europa Galante natürlich jede Gelegenheit beim Schopfe, um etwa effektvoll Rosinantes Hufengeklapper auf die Instrumente niederprasseln zu lassen. Aus der vom französischen Style galant inspirierten Suite „La Changeante“ kitzeln die Musiker ganz andere Stimmungen heraus. Stolz und edel gibt man sich da, als würde man eine Zeitreise nach Versailles planen. Und selbst aus einem „Menuet“ strömt es nun so wundersam heraus, als ob Lully dafür Pate gestanden hätte. Dass Telemann, dieser Komponist von Welt, sich aber genauso im Italienischen Zuhause fühlte, unterstreicht Biondi zusammen mit den brillant und leidenschaftlich aufspielenden Solisten seines Ensembles. Fortan sollte es doch für Telemann ruhig mal geschwinder aufwärts gehen!

Guido Fischer, 01.09.2012


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