Responsive image
Diverse

Music In The Air. A History Of Classical Music On Television

Glenn Gould, Herbert von Karajan, Anna Netrebko, Leonard Bernstein u.a., Reiner E. Moritz, John Hurt

Arthaus/Naxos 101 640
(87 Min., PCM Stereo; Format: 16:9; NTSC, Untertitel: DE, IT, GB, FR, ES; 2012)

Film und Fernsehen bieten wunderbare Möglichkeiten, Musik visualisiert zu vermitteln und durch Kameraführung und Montage Dinge zu zeigen, die selbst Konzertbesuchern verborgen bleiben.
Reiner Moritz, Regisseur und Produzent mehrerer Opern-Filmproduktionen und Musikdokumentationen, zeichnet im Schnelldurchlauf die Geschichte der Musik im Fernsehen nach mit Ausschnitten aus Produktionen von 1948 bis in die Gegenwart, teilweise in Gegenüberstellung von alten und neuen Filmen derselben Ereignisse. Bis auf zwei Ausnahmen (Pink Floyd und Theolonious Monk) geht es ausschließlich um klassische Musik.
In 20 Kapiteln kommen wichtige Akteure – TV-Verantwortliche, Bildregisseure und beteiligte Künstler – zu Wort. Die Auswahl der Interviewten ist gut getroffen, sie analysieren Entwicklungen sehr genau, plaudern aus dem „Nähkästchen“ und ordnen die dann gezeigten Ausschnitte sehr gut ein. Schade, dass sie nur mit Namen vorgestellt werden und sich der Zuschauer ihre Funktion aus den Aussagen und ggf. aus dem „Credits“-Teil des Booklet erschließen muss. Mindestens entsprechende Angaben im Booklet wären hilfreich gewesen.
Die englischsprachige Dokumentation entstand anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des „International Music and Media Center“ (IMZ). So konnte der Autor auf erstklassiges Material von u.a. Toscanini, Glenn Gould, Bernstein, Karajan bis hin zur „Last Night Of The Proms“ 2011 zurückgreifen. Der Film behandelt wichtige Stationen, viele davon aus dem englischsprachigen Raum. Möglicherweise aufgrund des Anspruchs, „alles“ abdecken zu wollen, fehlen einige zentrale Produktionen wie „Fantasia“ (Stokowski / Walt Disney), Adrian Marthalers „narrative“ Visualisierungen aus den 70ern und 80ern, Marcel Pravys Einführungen im ORF und die Dokumentation zu „Rhythm Is It“.
Die DVD bietet – trotz der genannten Mängel – einen Einblick in die Vielfalt an Musik im Fernsehen und macht Appetit, sich die Produktionen in Gänze anzuschauen.
Die DVD bietet – trotz der genannten Mängel – einen Einblick in die Vielfalt an Musik im Fernsehen und macht Appetit, sich die Produktionen in Gänze anzuschauen.

Peter Overbeck, 22.09.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top