Responsive image

Papillons

Ensemble FisFüz, Gianluigi Trovesi

HGBS/Fenn HGBS 20025
(65 Min., 2/2012)

Leichtfüßige Perkussionsklänge entführen den Hörer an den Bosporus; ein von der Gitarre intonierter Bass-Riff dreht den Kurs der Reise vor östlichem Wind in westliche Richtung; mit der einsetzenden Klarinette scheint der Golf von Neapel erreicht; eine zweite Klarinette setzt ein, und plötzlich kreuzt der Hörer mit Kalypso-Seligkeit in der Karibik und träumt doch weiterhin von den anderen Gestaden.
So beginnt die neueste Einspielung des Oriental-Jazz-Trios FisFüz mit seinem Gast Gianluigi Trovesi. Diese virtuos spielerische, heitere Grundstimmung, die von einer tiefen Ernsthaftigkeit ist, durchzieht alle zwölf Titel der im denkmalgeschützten MPS-Studio aufgenommenen Produktion. FisFüz, das sind der in Ulm geborene Rahmentrommelspezialist Murat Coskun, der aus Istanbul stammende Gitarrist und Ud-Spieler Gürkan Balkan und die Flensburger Klarinettistin Andrea Maye. Alle drei sind sie Spezialisten der abendländischen Tradition sowie der traditionellen östlichen und fernöstlichen Spielweisen, haben ihre Kenntnisse jeweils aus erster Hand erworben. Andrea Maye hat ihre Diplomarbeit über die italienische Jazzlegende, den Klarinettisten Gianluigi Trovesi, geschrieben. Der ist mittlerweile zu einem Freund und altersweisen Partner des Trios geworden. Mit ihm entsteht eine warm tönende Mehrstimmigkeit, die verschiedenen Idiome des Okzidents und Orients werden dabei gewissermaßen in einem Nord-Süd-Dialog auf einem west-östlichen Diwan zu einer authentischen gemeinsamen Sprache, in der alle vier in unterschiedlichen Kompositionen Herz und Verstand erquickend Berührendes zu sagen haben.

Thomas Fitterling, 13.10.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Tōru Takemitsus Kompositionen kennt hierzulande kaum jemand, dabei sind die Werke des japanischen Komponisten so ansprechend wie faszinierend in ihrem Wechsel von Vertrautem und Fremdem, von Verinnerlichung und mal avantgardistisch, mal impressionistisch anmutenden Klangeffekten. Seiji Ozawa und das Saito Kinen Orchestra haben 1997 eine ganze CD dem vielschichtigen Oeuvre Takemitsus gewidmet: von „Family Tree“, einer Sammlung vertonter Verse, über „My Way Of Life“ bis hin zu seinem […] mehr »


Top