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Ludwig van Beethoven

Moto perpetuo (Klaviersonaten opp. 26, 31, 54 & 80)

Javier Perianes

harmonia mundi HMC 902138
(69 Min., 12/2011)

Javier Perianes‘ Beethoven ist üppig und edel im Klang, dabei im Ausdruck stets maßvoll und abgerundet. Verstörend harsche Akzente, unwirsche Einwürfe, wie sie in Beethovens Musik allenthalben zu gewärtigen sind, werden von Perianes zwar keineswegs verleugnet, aber doch niemals mit der vollen Schärfe präsentiert: Der prinzipielle Wohlklang eines modernen Konzertflügels, mal weich, mal wuchtig, bleibt durchweg die ästhetische Richtschnur des Pianisten. Vor allem in den lyrischen Ausdrucksregionen der langsamen Sätze – etwa im „Adagio“ der „Sturm-Sonate“ oder, besonders schön, am Beginn des Kopfsatzes der A-Dur-Sonate Nr. 12 – geht dieses Konzept vollkommen auf. In Sätzen von kantigerer, aufgewühlterer Art indes, etwa im Kopfsatz der F-Dur-Sonate Nr. 22 mit ihren scharfen Gegensätzen, würde man sich auch eine größere klangliche Bandbreite wünschen: Hier könnten die Menuett-Abschnitte noch leichtfüßiger und graziler, die markanten kontrastierenden Passagen hingegen schneidender, fokussierter ausfallen. Stattdessen liegt eine wattige, schwerfällige Weichheit über allem, die letztendlich beide Bewegungsarten lähmt und vernebelt.
Apropos Bewegung: Das Konzept dieser Zusammenstellung von vier Beethoven-Sonaten – das von Perianes behauptete Zulaufen all dieser Sonaten auf ein „Perpetuum mobile“-Finale – bleibt ideell ebenfalls ein wenig im Nebel stecken. Man kann die Schlusssätze dieser vier Sonaten sicher unter verschiedensten Gesichtspunkten beleuchten und aus dem Gesamtzusammenhang der jeweiligen Satzfolge herleiten; sie jedoch unter die Überschrift „Auf der Suche nach der immerwährenden Zeit“ (Marcel Proust lässt grüßen) in Bezug zu setzen zum „Verhältnis“ des Menschen „zur Unendlichkeit“, scheint allzu weit hergeholt.

Michael Wersin, 24.11.2012



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