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Claude Debussy

Prélude à l´après-midi d´un faune, La mer, Images

Jos van Immerseel, Anima Eterna Brugge

Zig-Zag Territoires/Note 1 ZZT313
(77 Min., 2/2012)

Wenn sich ein Originalklang-Fetischist wie Jos van Immerseel nach Klaviereinspielungen nun erstmals auch an den Orchesterkomponisten Debussy heran wagt, gibt es selbstverständlich eine historisch korrekte Neuerung. Offiziell stammt sie zwar nicht vom Komponisten selber. Zumindest aber hat Claude Debussy den Plan seines Freundes André Caplet abgesegnet, die Satzabfolge der „Images“ leicht zu verändern. So bildet nun „Iberia“ das Finale und nicht mehr wie bei den meisten Einspielungen das Satz-Scharnier zwischen „Gigues” und „Rondes de printemps”. Für Immerseel eignet sich diese Caplet-Fassung zudem am besten für Live-Aufführungen. Und die Probe aufs Exempel machte er Anfang des Jahres mit seinem Orchester Anima Eterna Brügge, das wie im Fall der Holz- und Blechbläser selbstverständlich auf Instrumenten Made in France und aus der Debussy-Zeit spielte.
Nun ist der CD-Markt nicht gerade arm an Aufnahmen der drei Debussy-Schlager „Images“, „Prélude à l´après-midi d´un faune“ und „La mer“. Und selbst so ein Analytiker wie Pierre Boulez hat längst gezeigt, dass man der genauen Partiturlesart durchaus kulinarische Züge abgewinnen kann. Aber so knisternd und koloristisch, so delikat und duftend, so plastisch und pulsierend ist bei aller Akkuratesse schon lange nicht mehr musiziert worden. Was für ein versöhnlicher Abschluss des an nachhaltigen Orchester-Aufnahmen so armen Debussy-Jahres 2012.

Guido Fischer, 24.11.2012



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