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Antonín Dvořák

Te Deum, Psalm 149 u.a.

New Jersey Symphony Orchestra, Westminster Symphonic Choir, Zdenek Macal

Delos DE 3314
(66 Min., 9/2002, 10/2002) 1 CD

"Das" Te Deum des 19. Jahrhunderts komponierte Anton Bruckner, während Antonín Dvořák dem geistlichen Repertoire zur selben Zeit "das" Stabat mater beisteuerte - mag sein, aber auch von Dvořák gibt es ein Te Deum, und zwar eines, das zu hören sich lohnt: Für Chor, Sopran- und Bass-Solo und Orchester wurde es 1892 komponiert. Ähnlich wie bei Bruckner entfaltet sich das Gotteslob anfangs auf der Basis einer orchestralen Klangfläche, die sich aus ostinaten Spielfiguren zusammensetzt; ähnlich wie Bruckner bedient sich Dvořák mitreißender harmonischer Effekte und führt sein Ensemble zu überschwänglichen Höhepunkten des jubelnden Lobpreises, der bei ihm allerdings in einen doxologisch-trinitarischen Schluss mündet: "Benedicamus Patrem et filium cum Sancto Spiritu. Alleluja! Laudemus et superexaltemus eum in saecula. Alleluja!"
Entspannung verschaffen dem Hörer dieser CD drei reizende Orchesterstücke Dvořáks mit den Opuszahlen 91 bis 93, dann jubelt es, nach verhaltenem Orchester-Beginn allerdings, mit Psalm 149 (“Singet dem Herrn ein neues Lied”) weiter: Dvořák vertonte diesen Text in tschechischer Sprache im Jahre 1879; die Komposition ist mit den Adjektiven "Joyous and uplifting", die der Beiheft-Autor in seiner Einführung verwendet, trefflich charakterisiert.
Hörenswert ist diese CD außer wegen ihres nicht alltäglichen Repertoires vor allem wegen des brillanten New Jersey Symphony Orchestra unter der engagierten Leitung von Zdenek Macal. Beachtlich auch die Leistung des Westminster Symphonic Choir; lediglich die Solisten des Te Deums, Janice Chandler und Richard Zeller, vermögen aufgrund recht vibratoreicher Stimmgebung - bei immerhin guter stimmlicher Disposition - nicht vollends zu überzeugen.

Michael Wersin, 22.11.2003



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