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Georg Friedrich Händel

Bad Guys (Arien)

Xavier Sabata, Riccardo Minasi, Il Pomo d´Oro

Aparté/Harmonia Mundi AP048
(53 Min., 8 & 9/2012)

Da wird einem ja angst und bange, bei diesem Coverboy. Und im Booklet gibt sich Xavier Sabata auch nicht vertrauenswürdiger, mit seinem stechenden Blick und der geballten Faust, um die gleich noch ein Lederriemen gewickelt ist. Wer in die Rolle von Bösewichten schlüpft, der macht es eben mit Haut und Haaren (wenngleich letztere bei Sabata eher Mangelware sind). Doch was der spanische Countertenor im Laufe seines Händel-Albums dann aus den Arien der Opern-Schurken und -Falschspieler zaubert, ist weniger furchterregend als vielmehr Barockgesang nahe an der Vollendung.
Sabata taucht mit seiner leicht dunkel eingefärbten Stimme mühelos in die Seelenuntiefen jener gewaltbereiten und intriganten Adelsmänner ab, die über beide Ohren eifersüchtig sind. Das gilt für den Thraker-Prinzen Dardano in „Amadigi di Gaula“ genauso wie für den Fürsten Polinesso („Ariodante“), aber auch für Cleopatras Bruder Tolomeo in „Giulio Cesare“. So unterschiedlich die Figuren sind, die Sabata für sein Debüt-Album „Bad Guys“ ausgewählt hat, so versucht er aber glücklicherweise nicht, die einzelnen Charaktere stimmschauspielerisch auszureizen. Sieht man einmal vom tenoralen Heulen in der Tolomeo-Arie „Domerò la tua fierezza“ ab, tastet er vielmehr mit seinem freischwebenden Timbre, seiner makellos leuchtenden Strahlkraft und berückenden Schönheit im Bittersüßen das Innerste der Liebeskranken ab. Auf Tonträger durfte Xavier Sabata bislang nur als Teamplayer auf sich aufmerksam machen, an der Seite von immerhin Cecilia Bartoli und Kollege Philippe Jaroussky. Jetzt endlich liegt sein erstes Solo-Album vor. Und auch wenn das Cover etwas anderes suggeriert – als Countertenor ist Sabata ein Good Guy.

Guido Fischer, 23.02.2013



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