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Yôkaï

Anne Paceo

Laborie/Edel 1001416LAE
(56 Min.)

Die französische Improvisatorenszene gehört traditionell zu den stärksten Jazzlandschaften Europas. Obwohl sich die Musiker in letzter Zeit über Budget-Kürzungen bei Festivals und mangelnde Beachtung seitens der heimischen Presse beklagen mussten, wird sich daran glücklicherweise so schnell nichts ändern. Dafür sorgen Talente wie die Schlagzeugerin Anne Paceo, die mit ihrer dritten Einspielung die Vitalität und erstaunliche Vielfalt des jungen französischen Jazz unter Beweis stellt.
Paceo ist nicht nur eine wunderbare Schlagwerkerin, sondern überdies eine Komponistin von einigem Geschick. In ihren Stücken mischen sich die westafrikanischen Grooves der Elfenbeinküste, wo die Drummerin ihre ersten Lebensjahre verbrachte, mit poppigen Changes und kantablen Melodielinien, die von Paceo zuweilen mitgesungen werden.
Dass die Musik oft an die Tongedichte eines anderen Schlagzeugers erinnert – und zwar an Brian Blade – liegt an der Besetzung. Hier wie da gehen Saiteninstrumente und Bläser eine höchst produktive Verbindung ein. In Anne Paceos Quintett teilen sich Pierre Perchaud an der Gitarre und Antonin-Tri Hoang an Altsaxofon und Bassklarinette diese Aufgabe.
Und diese beiden haben schon in jungen Jahren (beide sind wie ihre Bandleaderin noch unter 30) bereits zu einer unverwechselbaren Klangsprache gefunden. Vor allem Hoang bläst mit kaum zu bändigender Leidenschaft und exotischen Skalen oftmals das Blaue von der französischen Nationalflagge. Allez les Bleus!

Josef Engels, 23.02.2013



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