Responsive image
François Couperin, Marin Marais, Sainte-Colombe

Trois leçons de Ténèbres

Carolyn Sampson, Marianne Beate Kielland, Robert King, The King’s Consort

Vivat/Klassik Center VIVAT102
(78 Min., 3/2011)

Mit den Katalognummern 101 und 102 beginnt Robert King sein neues Eigenlabel „Vivat“ – die vorliegende ist der zweite selbstverantwortlich veröffentlichte Tonträger. Er enthält neben den recht populären drei Klageliedvertonungen (französisch „Leҫons de ténèbres“) von Franҫois Couperin auch einige weniger bekannte Titel von französischen Barockkomponisten, darunter Stücke für die continuobegleitete Bassviola von Marin Marais und Sainte-Colombe.
Das interpretatorische Niveau ist großartig: In den Gesangsstücken sind Carolyn Sampson und Marianne Beate Kielland zu hören, die sich in den Duett-Nummern (z. B. der dritten „Leҫon“ von Couperin) hervorragend mischen und als Solistinnen beide ein ausgeprägtes Gespür für das Zusammenspiel von Sprache und Melos beweisen; auch mit den speziellen französischen Verzierungen verstehen sie souverän umzugehen. Zweifellos ist die Einspielung der „Leҫons“ eine der allerbesten, die derzeit zu haben sind.
Die Bassviola wird von Susanne Heinrich äußerst empfindsam und differenziert gespielt; man staunt über die Vibratoeffekte und die intonatorischen Raffinessen, die in dieser Musik offenbar zu den Ausdrucksmitteln gehören. Robert King begleitet ebenso einfühlsam wie unauffällig an der Orgel; große improvisatorische Freiheiten sind seine Sache nicht, aber er ist stets mit ungeteilter Aufmerksamkeit bei den Sängerinnen. Eine sehr schöne CD; einziger Wermutstropfen sind die Fragen, die Robert Kings kommentarloses Wiedererscheinen in seinen alten Kreisen nach dem Gefängnisaufenthalt unbeantwortet lässt.

Michael Wersin, 30.03.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top