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Diverse

Rachmaninow ‒ The Harvest Of Sorrow

Tony Palmer, John Gielgud, Mikhail Pletnev, Valery Gergiev, Dmitri Hvorostovsky, Valentina Igoshina u.a.

Tonypalmer/New Arts International TPDVD152
(102 Min.)

Die Musik des russischen Klaviertitanen spaltet bis heute das Klassik-Publikum: Es gibt glühende Rachmaninow-Verehrer und es gibt Rachmaninow-Hasser – dazwischen scheint es in der Regel nichts zu geben. Der vorliegende englischsprachige Film beleuchtet das Phänomen „Rachmaninow“ sehr ausführlich aus biografischer Perspektive unter Verwendung von großen Mengen privaten Filmmaterials, das Alexander, der Enkel des Komponisten, für diese Produktion wohl erstmals zu Verfügung stellte: Der Regisseur des Porträts, Tony Palmer, beschreibt im Beiheft seine aufregende Begegnung mit dem offenbar nicht ganz unkomplizierten Verwandten.
Rachmaninows autobiografische Notizen werden von John Gielgud mit beträchtlichem Pathos gesprochen; in den zahlreichen Musikbeispielen kommen u.a. Valery Gergiev und Mikhail Pletnev zum Zuge. Es gibt zweifellos gewisse Längen in diesem Film – etwa dann, wenn die Kamera streckenweise einfach nur wie zu Dokumentationszwecken mitläuft bei einem Besuch auf Ivanovka, dem nach der Flucht des Komponisten zerstörten und nun als Gedenkstätte wiederaufgebauten Landgut der Familie. Aber die Fülle der Bilder, untermalt oft mit sehr ansprechenden Musikbeispielen, kann in ihrer Opulenz und Breite auch fast eine meditative Stimmung erzeugen – je nachdem, ob man sich der Thematik „Rachmaninow“, die ja neben großen Erfolgen auch die überstürzte Flucht aus der Heimat und daraus resultierende (teilweise zu Musik gewordene) depressive Schwermut beinhaltet, mit Interesse und Mitgefühl zu nähern vermag oder eben nicht. Leben und Werk des Komponisten werden jedenfalls effektvoll und atmosphärisch dicht als untrennbare Einheit präsentiert – eine Darstellung, die einen durchaus in den Bann zu ziehen vermag.

Michael Wersin, 04.05.2013



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