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Johann Sebastian Bach

Suiten Nr. 1 - 3 für Theorbe

Hopkinson Smith

naïve/Indigo 976312
(65 Min., 10/2012)

Lediglich sieben Lautenwerke werden Johann Sebastian Bach zugeschrieben, obwohl angesichts der leicht verwirrenden Quellenlage immer noch nicht geklärt ist, ob manches Stück nicht doch die Bearbeitung eines Bach-Zeitgenossen ist. Zumindest ist verbrieft, dass Bach die Laute dann besonders mehr als nur schätzte, wenn die damalige Berühmtheit Silvius Leopold Weiss ins Saitengeflecht griff. Und möglicherweise lernte Bach auch jenes riesige Lautenschiff namens Theorbe kennen, dessen Umfang und damit Klangvolumen von Weiss noch einmal vergrößert wurde, um sich gegenüber den Musiker-Kollegen in der Dresdner Hofkapelle durchsetzen zu können. Als „Deutsche Theorbe“ hat es dieses Instrument mit einer Mensur von bis zu 88 Zentimetern in die Lautengeschichtsbücher geschafft. Doch im Konzertbetrieb begegnet man ihr selbst unter den Alte Musik-Afficionados selten.
Jetzt hat das amerikanische Lauten-Urgestein Hopkinson Smith einen Nachbau von 1986 ausgewählt, um seine immerhin schon 1980 begonnene Gesamteinspielung von Bachs sechs Cello-Suiten auf einem Lauteninstrument fortzusetzen. Statt einer Barocklaute, die bei der ersten Einspielung zum Einsatz kam, erklingt in den Suiten Nr. 1 - 3 nun eine 13-chörige Theorbe. Und wie zu erwarten war, hat Smith dieses Saitenmonster mehr als nur gebändigt. Das Stimmengeflecht der Originalwerke erweitert er bis in die geschmackvolle Ornamentik hinein mit einer ungemein klanglichen Variabilität. Es herrscht Milde und Beredtheit selbst in den schnelleren Tanzsätzen, da Smith ihre Tempi etwas heruntergebremst hat. Was aber vielleicht am meisten bei dieser Erstbegegnung zwischen Interpret, Instrument und Komponist fasziniert, ist die gemeinsame Wellenlänge, auf der man seine Gedanken austauscht.

Guido Fischer, 18.05.2013



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