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André Caplet

Die Werke für Bläser

Ensemble Initium, Laurent Wagschal, Quatuor Ardeo

timpani/Note 1 TIM1C1202
(62 Min., 9 & 11/2012)

Der 1878 in Le Havre geborene Komponist André Caplet gehört zu den vergessenen Größen: Absolvent des Pariser Conservatoire, Rompreisträger 1901 (er siegte u.a. über Ravel), Freund und Vertrauter Claude Debussys. Sein relativ früher Tod im Jahre 1925, verursacht u.a. durch Schädigung seiner Lungen mit Giftgas im Ersten Weltkrieg, verhinderte womöglich die letzte Reifung seines Stils: Das erst zwei Jahre vor seinem Tod fertiggestellte Oratorium „Le miroir de Jésus“ jedenfalls bezeichnete er selbst als sein „erstes Werk“.
Caplets Bläserkammermusik ist unterhaltsam für den am Impressionismus interessierten Hörer. Mit der „Suite persane“ (uraufgeführt 1901) klinkte Caplet sich ein in die verbreitete Orient-Begeisterung jener Tage: Das Doppel-Quintett für je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Hörner und Fagotte lässt vor allem wegen überaus reizvoller Klangeffekte immer wieder aufhorchen. Die „Légende“ für Saxofon, Oboe, Klarinette, Fagott und Streichquintett entstand 1904 für die in Boston lebende wohlhabende Französin Elise Hall, die selbst Saxofon spielte. Das Werk ist ein Meisterstück instrumentatorischen Einfallsreichtums, komponiert in einem hochchromatisch-süffigen Idiom, abwechslungsreich im Stimmungsgehalt, mitreißend auch durch seine intensive Melodik.
Mit den Bläsern des „Ensemble Initium“ und den Streichern des „Quatuor Ardeo“ sowie dem Pianisten Laurent Wagschal findet Caplet engagierte, aufmerksame Interpreten, die seine Musik auf gutem spieltechnischem und intonatorischem Niveau zum reizvollen Erlebnis zu machen verstehen.

Michael Wersin, 06.07.2013



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